Verstärkte Kontrollen

Waffenverbot in der S-Bahn: Bundespolizei mit erster Bilanz

Nach dem Waffenverbot führte die Bundespolizei am Wochenende erste Kontrollen durch. Die Bilanz: Messer, Schlagringe, Pfefferspray.

Eine Nacht mit der Bundespolizei
BM

Unterwegs mit der Bundespolizei

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Berlin. An diesem Wochenende hat die Berliner Bundespolizei mit umfangreichen Waffenkontrollen auf der Stadtbahnstrecke begonnen. Vorangegangen war der Erlass eines Verbotes zum Mitführen von Waffen und gefährlichen Gegenständen in Bahnhöfen und Zügen. Bis zum 31. Januar 2019 werden Einsatzkräfte der Bundespolizeidirektion Berlin wieder an allen Wochenenden Kontrollen durchführen. Am Sonntagmittag hat die Bundespolizei eine erste Bilanz für das Auftaktwochenende vorgestellt.

Demnach wurden am Freitag und am Sonnabend jeweils in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens mehr als 300 Personen kontrolliert. Nach Angaben eines Sprechers der Behörde haben die Beamten fünf Messer, darunter Einhandmesser, Teppichmesser und Taschenmesser gefunden. Zudem sicherten die Einsatzkräfte auch drei Dosen Pfefferspray, einen Schlagring, einen Schlagstock und einen Schraubendreher. Werkzeuge wie Hämmer, Schraubendreher und Teppichmesser unterliegen zwar keinem Verbot, während des Kontrollzeitraums bis Ende Januar ist das Mitführen entlang der Stadtbahnstrecke allerdings verboten. Die Bundespolizei kontrolliere aber „mit Augenmaß“, wie es hieß.

„Bei den sichergestellten gefährlichen Werkzeugen und Gegenständen konnten die kontrollierten Personen kein berechtigtes Mitführen glaubhaft machen“, sagte ein Sprecher. „Die gefährlichen Gerätschaften wurden sichergestellt.“ Die Bundespolizisten kontrollierten zwischen den Bahnhöfen Lichtenberg und Bahnhof Zoo auf den Bahnhöfen und in den Zügen.

Maßnahme zielt auf "junges Party-Publikum"

„Mit der Bilanz des Auftaktwochenendes sind wir zufrieden“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. „Wir können von einem Sicherheitsgewinn sprechen und viele Reisende zeigten auch Verständnis für die Kontrollen.“ Am kommenden Wochenende wird die Bundespolizei erneut Kontrollen durchführen.

Die dreimonatige Maßnahme richtet sich wie schon der Testlauf im Juni vor allem gegen ein „junges Party-Publikum“. In dieser Zielgruppe kann nach Erkenntnissen der Polizei schnell eine Gruppendynamik, verstärkt durch Enthemmung durch Alkohol, das Risiko von Gewalttaten massiv steigern. Lagebildern der Bundespolizei und auch der Berliner Polizei zufolge sind es vor allem Vertreter dieser Altersgruppe, die in der Vergangenheit immer wieder in gewalttätige Auseinandersetzungen nicht nur in Bahnen und auf Bahnhöfen verwickelt waren.

Mit Blick auf diese Zielgruppe wurde auch der Streckenabschnitt auf der Stadtbahn für die neuen Verbotsverfügungen und Kontrollen ausgewählt. Entlang dieser Strecken liegen zahlreiche Knotenpunkte mit entsprechend hohem Publikumsaufkommen, zudem bieten sie die schnellsten Verbindungen zu den Partymeilen, auf denen sich an den Wochenenden die Massen zum Feiern treffen.

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