Kommentar

Sozialarbeiter verdienen mehr Anerkennung

Das Land muss für eine angemessene Bezahlung von Sozialarbeitern sorgen, um den Personalmangel zu beenden, meint Jessica Hanack.

Jessica Hanack, Reporterin für Spandau, über die personelle Situation im Jugendamt

Jessica Hanack, Reporterin für Spandau, über die personelle Situation im Jugendamt

Foto: Anikka Bauer

Berlin. Das Land Berlin ist im Konkurrenzkampf um die Sozialarbeiter in der Stadt gefordert. Menschen mit diesem Beruf werden heute überall gesucht, ob in Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Hilfswerken. Die Jugendämter in den Bezirken müssen gegen diese Konkurrenz bestehen, wenn der Personalmangel beendet werden soll. Das geht nur, indem die Mitarbeiter in den Ämtern und vor allem den Regional Sozialen Diensten (RSD) die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Das heißt: Das Land muss für eine angemessene Bezahlung sorgen, die Bezirke für eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Wie wichtig Sozialarbeiter sind, egal ob im Hinblick auf Integration, Inklusion oder Chancengleichheit, steht außer Frage. Die Aufgaben und Bedarfe sind eher gewachsen als gesunken. Daher ist es längst an der Zeit, ernsthaft etwas dafür zu tun, dass die Sozialen Dienste in den Bezirken angemessen besetzt sind – zumal das Problem schon seit Jahren existiert.

Dass versucht wird, junge Menschen schon während des Studiums für die Arbeit in den Bezirken zu begeistern, ist ein richtiger Ansatz. Entscheidend ist aber, dass diese Leute dann in den Ämtern gehalten werden. Denn auch wenn die Mitarbeiter der RSD sicherlich ihre Arbeit mögen und ihre ganze Kraft in den Job stecken: Es muss ihnen ermöglicht werden, die Arbeit optimal zu machen, sich Zeit für Beratungen und eine intensive präventive Betreuung der Familien zu nehmen. Die Voraussetzung dafür ist klar: dass endlich alle Stellen besetzt werden.

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