Konkurrenz

Taxivereinigung und BVG streiten über Berlkönig

Schadet der neue Fahrdienst der Berliner Verkehrsbetriebe den Taxiunternehmern? Darüber ist nun eine Diskussion ausgebrochen.

Macht der Berlkönig Taxis Konkurrenz? 

Macht der Berlkönig Taxis Konkurrenz? 

Foto: dpa

Berlin. Seit gut einem Monat haben die Berliner Verkehrsbetriebe einen eigenen Fahrdienst, den Berlkönig. Vans und Limousinen von Mercedes-Benz, die per App angefordert werden, fahren Fahrgäste durch die östliche Innenstadt – freitags und sonnabends jeweils von 17 bis 5 Uhr. 1,50 Euro kostet der Berlkönig pro gefahrenen Kilometer. Der Mindestpreis liegt allerdings bei 4 Euro.

Menschen für Geld im Auto von A nach B bringen - diese Idee hatten vor der BVG schon Taxifahrer. Und genau die sehen sich durch den Berlkönig nun in ihrer Existenz bedroht. Das zumindest berichtet der Pressesprecher der Berliner Taxivereinigung, Richard Leipold. Er sagt: "Der Berlkönig ist schädlich." In den Außenbezirken, wo Busse und Bahnen nachts nur noch selten fahren, würde es Sinn ergeben, den Berlkönig fahren zu lassen, so Leipold. "Aber in der Innenstadt ist das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel doch ausgezeichnet."

Bei den niedrigen Preisen, mit denen die BVG ihre Fahrgäste in den Berlkönig locken würde, könnten Taxiunternehmen nicht mithalten. Leipold spricht von einem "Verdrängungswettbewerb" und rechnet vor: "Wenn die BVG fünf bis acht Prozent der Nachtfahrten von uns abgreift, dann wird es bald fünf bis acht Prozent weniger Taxiunternehmen in Berlin geben. Der Berlkönig wird zu Entlassungen und Betriebsschließungen in unserem Gewerbe führen."

Kritik, die die BVG nicht verstehen kann. Rund 50 Berlkönige fahren derzeit durch Berlin. Und Markus Falkner, Pressesprecher der BVG, sieht den neuen Fahrdienst nicht als Konkurrenz zu Taxis. Der Berlkönig "zielt insbesondere auf das Bündeln von Fahrtwünschen unterschiedlicher Nutzer", so Falkner. "Das Angebot spricht daher eine gänzlich andere Nutzergruppe an als das klassische Taxi." Er verweist darauf, dass sich Fahrgäste im Berlkönig das Auto teilen müssen - "wie im Bus auch". Daher müsse der Fahrgast auch leichte Umwege in Kauf nehmen. "Außerdem ist der BerlKönig nur in einem begrenzten Gebiet unterwegs", so Falkner.

Trotz all der Beteuerungen der BVG, Taxis keine Konkurrenz machen zu wollen, ist sich Leipold sicher: "Bei so einer Konkurrenz haben wir so große Chancen zu überleben wie ein Schneeball in der Hölle."

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