Internetzugang

Freies Wlan jetzt auch in immer mehr Berliner Parks

Senatskanzlei und Technikpartner ABL bauen ein kostenloses öffentliches Netz aus – 1700 Hotspots soll es bis Jahresende geben.

Allianz für öffentliches Wlan: Jörg Stohl (Grün Berlin), Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei, und ABL-Geschäftsführer Benjamin Akinci (v.l.) im Gleisdreieckpark

Allianz für öffentliches Wlan: Jörg Stohl (Grün Berlin), Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei, und ABL-Geschäftsführer Benjamin Akinci (v.l.) im Gleisdreieckpark

Foto: Anikka Bauer

Berlin. Dieser Oktober fühlt sich eher nach Spätsommer als nach Herbst an. Da verbringen Berliner und Gäste der Stadt gern ihre Freizeit in den Parks. Jetzt können sie dort auch das kostenlose öffentliche Wlan-Netz „Free WiFi Berlin“ nutzen – vorausgesetzt, es handelt sich um Grünanlagen, die von der landeseigenen Grün Berlin GmbH bewirtschaftet werden. Damit ist das öffentliche Netz in der Hauptstadt ein weiteres Stück gewachsen, der Ausbau wird auch in den kommenden Monaten und Jahren fortgesetzt.

In folgenden Anlagen ist „Free WiFi Berlin“ bereits verfügbar: Britzer Garten (Neukölln), Naturpark Schöneberger Südgelände und äußerer Wiesenring des Tempelhofer Feldes (Tempelhof-Schöneberg), Botanischer Volkspark Blankenfelde (Pankow), Gärten der Welt und Kienbergpark (Marzahn-Hellersdorf) sowie Park am Gleisdreieck mit dem sogenannten Flaschenhals, der Parkanlage zwischen Yorckstraße und Monumentenbrücke (Tempelhof-Schöneberg / Friedrichshain-Kreuzberg). Hinzu kommt der Spreepark (Treptow-Köpenick).

Eigentlich sollte das kostenlose öffentliche Wlan-Netz erst im nächsten Frühjahr in den Parks installiert werden, die Senatskanzlei und ABL Social Federation, Technikpartner und Betreiber des Netzes, haben es aber früher geschafft. Angesichts des schönen Herbstwetters wurde beschlossen, das Angebot schon jetzt bereitzustellen. Rund 100 Zugangspunkte (Hotspots) wurden dafür in den Grünanlagen geschaffen. Im Gleisdreieckpark wurden sie vor allem an den Bahnbrücken und am alten Stellwerk installiert, in anderen Grünanlagen wurden dafür etwa Kioske, öffentliche Toiletten, Lichtmasten und Gebäude am Rand genutzt.

Internet-Surfer an die frische Luft holen

Senatskanzlei und Grün Berlin verfolgen mit dem Angebot einen doppelten Zweck. Zum einen erhöhe es die Attraktivität der Parks, zum anderen hole man diejenigen, die nicht ohne Smartphone, Tablet und Internet sein wollen, an die frische Luft, erläuterte Christian Gaebler, Chef der Senatskanzlei. Seien sie erst mal dort, nutzten sie vielleicht auch andere Freizeitangebote, hofft Jörg Stohl, stellvertretender Geschäftsführer von Grün Berlin.

Bislang haben Senatskanzlei und ABL rund 800 Zugangspunkte zum „Free WiFi Berlin“ im Berliner Stadtgebiet installiert. Bis Jahresende sollen es 1700 sein. Zudem beteiligen sich vier Partner an der Wlan-Initiative der Landesregierung: BVG, Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Evangelische Landeskirche sowie die „Freifunker“. Sie bringen weitere 2700 Hotspots ein. Damit verfügt Berlin über das größte kostenlose Städte-Wlan-Netz in Deutschland und nimmt eine Vorreiterrolle ein. Im kommenden Jahr, so Gaebler, soll die Gesamtzahl der Hotspots auf 5000 erhöht werden.

Das Projekt begann etwas holprig, die ersten 100 Zugangspunkte wurden nach einiger Verzögerung im Sommer 2016 in Betrieb genommen. Im März 2017 schließlich startete „Free WiFi Berlin“ mit 650 Hotspots an 250 Standorten durch. Seitdem sind die Nutzerzahlen stetig gestiegen, von anfänglich 1,2 Millionen Zugriffen pro Monat auf inzwischen 4,6 Millionen Zugriffe.

Kostenloses Wlan auch für Krankenhauspatienten

Doch nicht nur in den Grün-Berlin-Parks wird das Netz-Angebot ausgeweitet. In den kommenden vier Monaten will die BVG mindestens 180 ihrer Linienbusse mit öffentlichem Wlan ausrüsten. Die Senatskanzlei unterstützt das Projekt der BVG mit 600.000 Euro und finanziert so die Hardware. Die BVG beschafft die Geräte und übernimmt Einbau und Unterhalt. Vorgesehen ist, diese Busse vorrangig auf stark frequentierten Linien in der Innenstadt einzusetzen. Hotspots sollen zudem demnächst an der Staatsoper Unter den Linden, im Olympiapark, in den Kfz-Zulassungsstellen und Ausländerbehörden sowie in Gerichtsgebäuden installiert werden, perspektivisch auch in weiteren Grünanlagen wie dem Mauerpark.

Auch Krankenhäuser sollen zunehmend mit kostenlosem öffentlichen Wlan ausgerüstet werden. Das soll vor allem den Patienten zugutekommen. Der Senat habe dafür fünf Millionen Euro bereitgestellt, 38 Anträge von Kliniken seien bereits eingegangen – nicht nur vom städtischen Gesundheitsversorger Vivantes, teilte Gaebler mit. Anträge im Volumen von 2,5 Millionen Euro seien bereits bewilligt. Zudem plant die Landesregierung 250 digitale Info-Stelen für Touristen, die ebenfalls mit Hotspots für freies Wlan ausgerüstet werden sollen. Die ersten acht Stelen sollen im kommenden Jahr aufgestellt werden, die übrigen bis 2023.

Mehr zum Thema:

Schwaches Signal? Sieben Tipps für besseren Wlan-Empfang

So hat sich die City West gewandelt

Berliner U-Bahn soll flächendeckend LTE-Standard bekommen