Denkmal vor dem Schloss

Bauvorbereitungen für Einheitsdenkmal in Berlin starten

Der Bau der Waage hatte sich jahrelang verzögert. Nun beginnen die ersten Gespräche. Angepeilt ist eine Fertigstellung im Jahr 2020.

Einen genauen Zeitplan für die Fertigstellung des Einheitsdenkmals gibt es bislang nicht

Einen genauen Zeitplan für die Fertigstellung des Einheitsdenkmals gibt es bislang nicht

Foto: dpa Picture-Alliance / Milla & Partner / picture alliance / dpa

Berlin. Die Planungen für das Einheitsdenkmal vor dem Berliner Schloss schreiten voran. Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages am vergangenen Donnerstag rund 17 Millionen Euro für den Bau der beweglichen Waage auf dem historischen Sockel freigegeben hat, will das Architekturbüro Milla nun schnellstmöglich mit den Vorbereitungen für die Errichtung beginnen. „Die Baugenehmigung von vor drei Jahren wurde verlängert“, sagte Johannes Milla am Montag. „In den nächsten Wochen und Monaten werden wir zahlreiche Gespräche mit denjenigen führen, die an dem Projekt beteiligt sind, Behörden, Anrainer und auch die BVG, die derzeit in der Umgebung des Schlossplatzes ja ebenfalls baut.“ Einen genauen Zeitplan für die Fertigstellung gebe es trotzdem nicht. „Wir stimmen mit Kulturstaatsministerin Grütters überein, dass es schön wäre, die Waage zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit einzuweihen“, so Milla. Das wäre im Jahr 2020. Ob es bis dahin aber klappt, hänge von einer Vielzahl an Faktoren ab.

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Unter anderem muss geklärt werden, wie genau der Bau vonstattengeht. „Unsere aktuellen Planungen sehen vor, dass wir das Denkmal mit sieben Beinen bis zu 40 Meter tief im Boden befestigen“, sagte der Kreativdirektor des Büros, Sebastian Letz. Für dieses Vorgehen aber hatte zuletzt das Landesdenkmalamt Bedenken wiederholt – weil so der Sockel, auf dem einst das Kaiser-Wilhelm-Denkmal stand, beschädigt würde. „Das müssen wir nun klären“, so Letz. „Fakt ist: Der Sockel würde durch unsere Stützen nicht vollständig zerstört.“ Auch die Umweltverwaltung hat ein Wörtchen mitzureden, weil in den Gewölben des Sockels Wasserfledermäuse nisten, mehrmals von einer nötigen Umsiedlung der Tiere die Rede.

Dazu sagte Milla: „Das ist nach unserer Erkenntnis nicht nötig. Die Tiere sind schon bei früheren Bauarbeiten selbstständig davongeflogen und kamen später wieder zurück.“ Und mit noch einem Gerücht wollte Milla aufräumen – nämlich dass der Untergrund nahe dem Kupfergraben zu weich sei, um das Denkmal zu tragen. „Das haben unsere Statiker alles mit einkalkuliert“, sagte er. „Das wird kein Problem darstellen.“ Schwieriger könnten da schon die Gespräche mit der BVG werden: Die bessert nämlich gerade den Tunnel der U2 aus, an der Oberfläche stehen zahlreiche Baucontainer „Wir müssen uns absprechen, wann wir Platz für unsere Baustellen bekommen“, so Milla.

Der Bau des Einheitsdenkmals hatte sich im Vorhinein jahrelang verzögert. Ursprünglich hätte es bis 2017 fertiggestellt werden sollen, 2016 aber stoppte der Bundestag das Projekt, er gab die notwendigen Gelder nicht frei.

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