Spionage-Gerät

Keylogger bei Polizei entdeckt: Behörde spricht von "Scherz"

Das Spionage-Gerät war bereits im März an einem Dienstrechner entdeckt worden. Laut Polizei wurden keine sensiblen Daten ausgelesen.

Der Keylogger sei festgestellt worden, noch bevor Daten ausgelesen werden konnten, heißt es von der Berliner Polizei

Der Keylogger sei festgestellt worden, noch bevor Daten ausgelesen werden konnten, heißt es von der Berliner Polizei

Foto: dpa

Berlin. An einem Computer der Berliner Polizei ist ein sogenannter Keylogger zum Aufzeichnen von Tastatureingaben entdeckt worden. Die Vorrichtung sei bereits im März gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. Keylogger werden beispielsweise von Nachrichtendiensten oder Ermittlungsbehörden verwendet, um an vertrauliche Daten wie Kennwörter zu gelangen.

Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, soll der Polizei-Mitarbeiter das Gerät zur Planung eines Scherzes eingesetzt haben. "So kurios es klingt, aber ein Scherz sei geplant gewesen. Von Spionage keine Spur!", heißt es in der Mitteilung. Dennoch sei ein Straf- und ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Der Keylogger sei festgestellt worden, noch bevor Daten ausgelesen werden konnten. Vier Tage später sei der Tatverdächtige identifiziert und vernommen worden.

Weder der Tatverdächtige noch der an dem betroffenen Dienstrechner arbeitende Beschäftigte habe eine Zugriffsberechtigung für das "Polizeiliche Landessystem zur Information, Kommunikation und Sachbearbeitung" (Poliks) gehabt. In Sekundenschnelle können mit diesem System etwa Abfragen zu Personen oder Fahrzeugen getätigt werden. Auch komplexere Datenrecherchen bei anderen Bundes- oder Landesbehörden sind möglich.

Die Polizei teilte weiter mit, dass die Verantwortlichen für Informationssicherheit über den anonymisierten Sachverhalt in Kenntnis gesetzt worden seien. Sie planen eine spätere Sensibilisierung aller Beschäftigten, um das Ermittlungsverfahren nicht zu gefährden.

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