Analyse von Air Help

Berlins Flughäfen haben plötzlich beste Pünktlichkeitswerte

Das Fluggasthelfer-Portal Air Help hat deutsche Flughäfen hinsichtlich Verspätungen analysiert. Tegel und Schönefeld schneiden gut ab.

Lufthansa-Maschine in Tegel

Lufthansa-Maschine in Tegel

Foto: imago stock / imago/Jürgen Ritter

Berlin. Es ist eher selten, dass Berlins Fughäfen für positive Schlagzeilen sorgen. Der BER ist noch immer nicht fertig gebaut, Tegel notorisch überlastet und Schönefeld findet sich bei diversen Umfragen regelmäßig auf der Liste der weltweit schlimmsten Airports wieder.

Diesmal gibt es allerdings Positives zu berichten. Das Fluggasthelfer-Portal Air Help hat die Verspätungen an 13 deutschen Airports zwischen dem 1. Januar und dem 31. August dieses Jahres genauer analysiert und kommt zumindest für Tegel und Schönefeld zu einem ziemlich erfreulichen Ergebnis. Während an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt mehr als ein Drittel aller Flüge unplanmäßig waren, gab es in Tegel und Schönefeld vergleichsweise wenige Probleme.

In Zahlen schlägt sich das folgendermaßen nieder: Negativer Spitzenreiter hinsichtlich Verspätungen und Flugausfälle ist Frankfurt. 35,3 Prozent aller Flüge gingen hier verspätet oder fielen ganz aus. Auch in Köln/Bonn und München kam es vergleichsweise häufig zu Problemen im Flugverkehr. So starteten rund 32,1 Prozent aller Flüge ab Köln/Bonn und 29,6 Prozent aller Flüge ab München nicht wie im Flugplan vorgesehen.

Schlechte Performance von Air Berlin

Ein besseres Bild geben die Berliner Flughäfen ab. Hier gab es deutschlandweit die wenigsten unplanmäßigen Flugbewegungen. In Schönefeld waren bislang rund 21,4 Prozent aller Flüge nicht pünktlich, in Tegel rund 22,8 Prozent. Im Gesamtjahr 2017 verzeichnete der Flughafen Tegel noch die schlechtesten Pünktlichkeitswerte aller analysierten Flughäfen (rund 29 Prozent unpünktliche Flüge).

Im Zusammenhang mit dem Aufschwung der Berliner Airports verweisen Sprecher immer wieder auf die schlechte Performance der mittlerweile insolventen Airline Air Berlin, die Tegel als Basis nutzte. Air Berlin stellte den Betrieb im Oktober 2017 ein. Laura Kauczynski, Unternehmenssprecherin von AirHelp, erklärte, dass viele Fluggprobleme von den Airlines selbst verursacht würden. Deutschen Fluggästen stünden in diesem Jahr bereits bis Ende August Entschädigungen in Höhe von 751 Millionen Euro zu. Das seien fast 325 Millionen Euro mehr als im gesamten Jahr 2017.

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