Reinigung

BSR will alle Berliner Parks säubern

Tanja Wielgoß, Chefin der Berliner Stadtreinigung, bietet dem Senat Hilfe an. 130 Millionen Euro pro Jahr wären dafür notwendig.

Mitarbeiter der BSR beim Reinigen des Görlitzer Parks in Kreuzberg (Archivbild)

Mitarbeiter der BSR beim Reinigen des Görlitzer Parks in Kreuzberg (Archivbild)

Foto: DAVIDS/Darmer

Berlin.  Die Berliner Stadtreinigung (BSR) bietet dem rot-rot-grünen Senat an, in Zukunft alle Berliner Parks und Grünanlagen von ihren Mitarbeitern säubern zu lassen. BSR-Chefin Tanja Wielgoß sagte der Berliner Morgenpost, die Erfahrungen mit der Parkreinigung legten nahe, aus dem Pilot-Status dieser Projekte heraus zu kommen.

Seit 2016 reinigt die BSR zwölf Parks sowie drei Forstgebiete im Grunewald und in Köpenick. In diesem Jahr kamen 34 weitere Grünanlagen hinzu. Damit sind es also insgesamt 49 Anlagen. Die Erfahrungen seien „super“, sagte Wielgoß. Bei einer Umfrage 2017 zu den zwölf ersten von der BSR übernommenen Parks hatten zwischen 80 und 90 Prozent der Nutzer angegeben, sie hielten sie jetzt für sehr sauber oder eher sauber. Auch bei den neu übernommenen Parks habe sich der Eindruck der Besucher nach der von der BSR beauftragten Untersuchung signifikant verbessert. Die Ausweitung des BSR-Reinigungsauftrages um 34 Parks kostet den Senat pro Jahr knapp zehn Millionen Euro. Die BSR hat dafür 100 zusätzliche Reinigungskräfte eingestellt.

Die Politik müsse nun abwägen, ob sie das Geld dafür ausgeben möchte, dass die BSR künftig alle 2400 Grünanlagen der Stadt säubern oder ob diese Aufgabe weiterhin bei den bezirklichen Grünflächenämtern bleiben solle, so Wielgoß. Nach einer groben Rechnung der BSR-Experten würde das rund 130 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr kosten. Das landeseigene Unternehmen müsse dafür etwa 1000 weitere Mitarbeiter einstellen. Aus Wielgoß’ Sicht wäre der finanzielle Aufwand angesichts der positiven Effekte „relativ günstig“. Eine längerfristige Planung sei aber notwendig, um Personal einzustellen, in Geräte und Infrastruktur zu investieren. „Aber wenn man das sukzessive machen würde, wäre das ein Wohlfühlprogramm für Berlin“, ist die BSR-Chefin überzeugt.

Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) lässt jetzt in einem Beteiligungsverfahren die Wünsche der Berliner für ihr Stadtgrün ermitteln, um daraus eine Charta für den weiteren Umgang damit zu entwickeln. Die Grünen haben durchaus Sympathien dafür, der BSR die Reinigung weiterer Parks zu übertragen. Günther hob hervor, dass die von der Reinigung entlasteten Grünflächenämter sich einer besseren Grünpflege widmen könnten. Lange hatten sich die Bezirke gegen eine größere Verantwortung für die BSR gewehrt. Sie befürchteten, das an die Stadtreinigung fließende Geld könnte aus ihren Etats abgezogen werden. Auch vor diesem Hintergrund beschloss die Abgeordnetenhaus-Fraktion der Grünen auf ihrer Klausurtagung diese Woche, dass die Bezirke mehr Personal und Ressourcen erhalten sollten, um die Grünanlagen besser zu pflegen. Außerdem solle Berlin analog zum Winterdienst einen „Sommerdienst“ einrichten, damit Parks, Bäume und Grünareale an den Straßen in Hitzeperioden wie in diesem Jahr besser gewässert werden.

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