Jahresbericht 2017

Mehr als eine Million Telefonate wurden in Berlin überwacht

Die Zahl der überwachten Telefonate ist im Vergleich zum Jahr zuvor gesunken. Meist ging es um Drogen- und Bandenkriminalität.

Das Abhören eines Telefonats muss von der Staatsanwaltschaft beantragt und von einem Richter genehmigt werden

Das Abhören eines Telefonats muss von der Staatsanwaltschaft beantragt und von einem Richter genehmigt werden

Foto: dpa

Berlin.  Berliner Ermittler haben im vergangenen Jahr genau 1.027.368 Telefonate überwacht. Das sind gegenüber 2016 etwa 34.000 Gespräche weniger gewesen, wie aus dem entsprechenden Jahresbericht von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) hervorgeht. Die Analyse wurde am Dienstag vom Senat verabschiedet und sollte anschließend dem Abgeordnetenhaus zugeleitet werden.

Laut Bericht wurden 2017 in 419 Ermittlungsverfahren genau 2596 Anschlüsse abgehört. Davon waren 627 Personen betroffen. In den meisten Fällen sei es im Drogendelikte gegangen. Mit 423 Maßnahmen in diesem Bereich gebe es einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 2016 (678 Maßnahmen). Ermittler hörten auch Telefonate ab, um bandenmäßigen Diebstahl wie organisierte Einbrüche aufzudecken.

Auch kleine Rückgänge seien eine positive Entwicklung, betonte Behrendt. Denn jedes abgehörte Telefonat sei ein schwerer Eingriff in die Telekommunikationsfreiheit. Die Überwachung müsse deshalb von der Staatsanwaltschaft beantragt und von einem Richter genehmigt werden.

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