Kreuzberg

Das wird aus dem Robben & Wientjes-Standort in Kreuzberg

Ein Investor hat den Standort von Robben & Wientjes an der Prinzenallee übernommen. Dort sollen sich Start-ups niederlassen.

Die Simulation zeigt den geplanten Neubau an der Prinzenstraße, wo 2021 Start-ups und Künstler einziehen sollen

Die Simulation zeigt den geplanten Neubau an der Prinzenstraße, wo 2021 Start-ups und Künstler einziehen sollen

Berlin.  Eine Robbe, zwei Namen und Tausende Transporter. Seit 40 Jahren prägen die Fahrzeuge des Berliner Autovermietungsunternehmens Robben & Wientjes das Stadtbild, für die meisten der oft jahrelangen Kunden ist das Unternehmen eine Institution. In Kreuzberg, wo 1984 die ersten „Pritschen“ vom Hof rollten, werden künftig allerdings weit weniger der blau-weißen Fahrzeuge unterwegs sein.

Die beiden Gründer Dietmar Robben und Ulrich Wientjens haben, wie berichtet, den Autovermieter bereits im vorigen Jahr an den europaweit agierenden Konkurrenten Buchbinder verkauft. Dieser hatte allerdings nicht die Grundstücke übernehmen wollen. Das Grundstück an der Prinzenstraße hatte im Zuge der Übernahme die Pandion AG erworben, ein Immobilienunternehmen aus Köln. Pandion vermietet die Gewerbeflächen in Kreuzberg noch bis Ende Juli an Buchbinder, danach wird die Filiale geschlossen.

Pandion will noch im August mit den Bauarbeiten beginnen, dann soll auf dem Grundstück Prinzenstraße 89/90 ein sechsstöckiges Gebäude entstehen, das den Blockrand an der Prinzenstraße Ecke Ritterstraße schließen soll. Im 800 Quadratmeter großen Hof ist zudem ein Fünfgeschosser geplant. Insgesamt sollen bis 2021 in dem vom „Kadawittfeld­architektur“ entworfenen Gebäudeensemble 18.000 Quadratmeter neue Gewerbefläche entstehen.

„Gewerbehöfe 2.0“ nennt Projektentwickler Yasin Tuncer die neuen Flächen. „Wir interpretieren klassische Gewerbehöfe neu, indem wir durch eine großzügige Gestaltung und zwei Erdgeschosshöfe Raum für Austausch schaffen.“ Tatsächlich wird zusätzlich zum Innenhof noch ein begrünter Außenhof gestaltet, der primär als Rückzugs- und Arbeitsort dienen soll.

Erdgeschoss für Einzelhandel und Gastronomie

Wer die Flächen letztlich nutzen wird, sei noch offen, sagt Tuncer. Sicher ist allerdings, dass das Erdgeschoss dem Einzelhandel und der Gastronomie vorbehalten sein wird. Außerdem sind 680 Quadratmeter für Kleingewerbe, Kunst und Kultur vorgesehen. „Diese Flächen sollen mit 50 Prozent Mietnachlass subventioniert werden, für mindestens zehn Jahre“ sagt Matthias Groß, Niederlassungsleiter der Pandion in Berlin. Darüber hinaus wünscht sich Groß den in der Tradition des Standortes begründeten Schwerpunkt Mobilität. Neben der Vielzahl an Fahrradstellplätzen in der Tiefgarage mit Abschlussmöglichkeiten und Duschen denkt er vor allem an Start-ups, die im Bereich E-Mobilität tätig sind.

Als ganz neues Element sollen die Hofdurchgänge mit Moosen begrünt werden, welche dann Feinstaub aus der Luft filtern sollen. Dafür arbeitet die Firma mit dem Start-up Green City Solutions zusammen, welches das bereits in mehreren europäischen Städten eingesetzte Stadtmöbel „Citytree“ entworfen hat. Das Unternehmen nutzt dafür spezielle, in den Moosen verbaute Sensorik und kann dadurch in Echtzeit die Filterleistung der Pflanzen messen und koordinieren. Der „Citytree“ leistet laut Unternehmen die Filterleistung von 275 Bäumen. An Fassaden wurde das Konzept bislang allerdings noch nicht umgesetzt. „Wir sind da zuversichtlich“, sagt Groß.

Auf die Flächen für Kunst und Kultur müssen die Berliner übrigens nicht warten. In der Prinzenstraße 34 betreibt die Pandion AG bereits eine Location, die für zahlreiche Ausstellungen genutzt wird. Ab morgen stellen dort Absolventen der Kunsthochschule Weißensee ihre Werke aus. Bis dort gleichfalls ein neuer Gewerbehof der Pandion entsteht – auch dort soll der Baubeginn noch in diesem Jahr erfolgen. Insgesamt will Pandion an der Prinzenstraße 150 Millionen Euro investieren.

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