Bestandserweiterung

Wohnungsgesellschaft „Stadt und Land“ fehlen Grundstücke

Die Wohnungsbaugesellschaft sieht ihr Neubauziel in Gefahr - bis 2027 will sie 55.500 Wohnungen verwalten.

In Berlin mangelt es an Bauland

In Berlin mangelt es an Bauland

Foto: dpa Picture-Alliance / Winfried Rothermel / picture alliance / Winfried Roth

Berlin. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hängt bei ihrer vorgenommenen Bestandserweiterung noch hinterher. Grund sind das fehlende Bauland und die schrumpfende Zahl geeigneter Neubauten, die die Firma von privaten Bauherren in Berlin aktuell erwerben kann.

Bis 2027, so der Plan, will Stadt und Land rund 55.500 Wohnungen im eigenen Bestand verwalten – knapp 12.000 Einheiten mehr als Ende vergangenen Jahres. Zwar seien in diesem Jahr bereits weitere Wohnungen in den Bestand aufgenommen worden, aktuell stecke sich Stadt und Land deshalb nur noch das Ziel bis 2027 weitere 10.530 Neubauwohnungen zu erreichen, sagte Geschäftsführer Ingo Malter am Dienstag. Doch selbst das könnte knapp werden: Nach aktuellem Kenntnisstand reichten die geplanten Bauprojekte und Neubaupotenziale (z.B. Grundstücke und Flächen für Nachverdichtungen) lediglich für 6367 Einheiten aus. Es fehlen also rund 4000 Wohnungen.

„Wir haben zur Bestandserweiterung in den letzten Jahren gezielt schlüsselfertige Wohnprojekte angekauft“, sagte Malter weiter. „Das würden wir auch gern weiterbetreiben. Allerdings gehen auch den Anbietern und Projektentwicklern die Grundstücke aus.“ Das bedeute, dass sich Stadt und Land künftig verstärkt auf eigenen Neubau und im geringen Maß auf Ankäufe konzentriere. „Wir werden auch in den nächsten Jahren Grundstücke erwerben müssen und Nachverdichtungspotenziale im eigenen Bestand nutzen“, so Malter. Ob der Entwicklung in den vergangenen Jahren sei er jedoch zuversichtlich, dass das auch klappt.

Besetztes Haus wird ab November saniert

Insgesamt will Stadt und Land rund zwei Milliarden Euro für weitere neue Wohnungen investieren. Dafür zahlen auch die Mieter: Die durchschnittliche Nettokaltmiete stieg 2017 moderat um 2,3 Prozent auf 5,78 Euro je Quadratmeter an. Die Neuvertragsmieten lagen zuletzt bei durchschnittlich 7,17 Euro pro Quadratmeter – etwas höher als der Schnitt von 7,09 Euro bei allen sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften.

Der Großteil der Stadt-und-Land-Wohnungen befindet sich in Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick. Aber auch in Neukölln hat die Firma mehrere Tausend Einheiten. Für Aufsehen sorgte dort jüngst die Besetzung eines leer stehenden Hauses der Firma in der Brunsdorfstraße. Malter hatte persönlich mit den Linksautonomen Verhandlungen aufgenommen, ihnen gar Mietverträge angeboten. Als die Besetzer ablehnten, rückte die Polizei zur Räumung an. Malter dazu: „Wir würden alles genau so noch einmal machen. Die Anzeigen werden wir aber trotzdem nicht zurückziehen.“ Das Haus solle ab November saniert werden, im Erdgeschoss sei auch eine Kita sei geplant.

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