Berliner Verkehrsbetriebe

Trotz massiver Probleme im Nahverkehr: BVG knackt Abo-Rekord

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben mehr als eine halbe Million Ticket-Abonnenten. Im Nahverkehr muss aber dringend etwas getan werden.

Die BVG schafft den Abo-Rekord

Die BVG schafft den Abo-Rekord

Foto: Gregor Fischer/dpa

Berlin.  Allen jüngsten Angebotsmängeln zum Trotz wächst die Zahl der Stammkunden bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) stetig an. Jetzt konnte das landeseigene Unternehmen einen ganz besonderen Erfolg vermelden: Erstmals habe es mehr als eine halbe Million Ticket-Abonnenten.

Innerhalb nur eines halben Jahres konnte die BVG damit gut 15.000 Abonnenten hinzugewinnen. Gegenüber 2007 hat sich die Zahl der Stammnutzer sogar um rund 150 Prozent erhöht. Für BVG-Marketingchef Martell Beck ist das Knacken der 500.000er-Marke „ein Riesenerfolg“.

Angebote überzeugen

Vor allem Angebote wie das Senioren-Abo 65plus oder das neue, preiswertere Schülerticket würden immer mehr Menschen davon überzeugen, der BVG langfristig die Treue zu halten. Auch bei der Berliner S-Bahn freut man sich über mehr Stammkunden, dort haben inzwischen rund 220.000 Fahrgäste ein Jahreskarten-Abonnement, ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2014.

Für den Berliner Fahrgastverband Igeb ist der deutlich Stammkunden-Zuwachs eine klare Aufforderung an die Politik, mehr für Verbesserungen im Nahverkehr zu tun. „Mehr als 720.000 Menschen sagen, wir brauchen jeden Tag die öffentlichen Verkehrsmittel. Sonst würden sie kein Abo abschließen“, so Igeb-Sprecher Jens Wieseke.

Diese Dimension sei beim Berliner Senat, der sich aktuell vor allem für mehr Radwege einsetze, noch nicht angekommen. Insbesondere die Berliner U-Bahn bräuchte endlich mehr Fahrzeuge und müsste im Berufsverkehr im dichteren Takt fahren.

Wegen einer umstrittenen Direktvergabe liegt seit neun Monaten eine BVG-Bestellung von 80 neuen U-Bahnwagen beim Hersteller Stadler auf Eis. Am heutigen Montag will die BVG einen neuen Versuch unternehmen, sich im Rechtsstreit mit dem Stadler-Konkurrenten Siemens zu einigen.

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