Berlin

Proteste gegen Diskussion über Linksextremismus

Berlin. Linke Gruppen haben angekündigt, am heutigen Donnerstag eine Podiumsdiskussion über Linksextremismus in der Gedenkstätte Hohenschönhausen zu stören. Unter dem Titel „Die extreme Mitte stören! Solidarität mit den NoG20-Gefangenen“ wurde ein entsprechender Aufruf auf der linksextremen Internetseite Indymedia veröffentlicht. Bei der Kundgebung sollen laut Aufruf auch Briefe an Menschen geschrieben werden, die im Zusammenhang mit den G20-Protesten im Gefängnis sitzen.

In dem ehemaligen Stasi-Gefängnis findet eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Linksextremismus – eine unterschätzte Gefahr?“ statt. Auf dem Podium sitzen der parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Stephan Meyer, der Dresdner Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt, der Berliner Innenexperte und SPD-Abgeordnete Tom Schreiber und der Geschäftsführer der Iwan Budnikowsky GmbH, Cord Wöhlke, dessen Geschäft bei den G20-Protesten geplündert und verwüstet worden war. Laut Polizei ist eine Gegenkundgebung vor der Stasiopfer-Gedenkstätte in der Zeit von 18 bis 21 Uhr angemeldet worden. Die Polizei wird mit zahlreichen Kräften vor Ort sein. Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber bekommt etwa seit drei Jahren Drohungen aus der linksextremen Szene. Bei der Demonstration am 1. Mai im Jahr 2017 wurde Schreiber auch körperlich angegriffen. Schreiber äußert sich regelmäßig neben dem Thema Rechtsextremismus auch zu Linksextremismus.

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