Tag der Offenen Tür

Feuerwehr-Chef Wilfried Gräfling verabschiedet sich

Bei der Feuerwehr wurden 211 Nachwuchsbeamte vereidigt. Der neue Chef soll Ende Juli bekannt gegeben werden.

Auch ein betagtes Einsatzfahrzeug aus den 1970er Jahren wurde präsentiert

Auch ein betagtes Einsatzfahrzeug aus den 1970er Jahren wurde präsentiert

Foto: Paul Zinken / dpa

Beim Tag der offenen Tür auf dem Gelände der Berliner Feuerwehr am Nikolaus-Groß-Weg in Siemensstadt sind am Sonntag 211 Nachwuchsbeamte vereidigt worden. Doch während die einen begrüßt wurden, verabschiedete sich ein anderer. Landesbranddirektor Wilfried Gräfling wird zum 31. Juli in den Ruhestand versetzt. Auch Klaus Kandt, ehemaliger Polizeipräsident von Berlin, war mit dabei, als Innensenator Andreas Geisel (SPD) Berlins Feuerwehr-Chef Gräfling für seine jahrelangen Verdienste dankte. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll Karsten Homrighausen, derzeit Landesbranddirektor in Baden-Württemberg, neuer Feuerwehrchef von Berlin werden.

Die Besucher, die zahlreich erschienen waren, durften an diesem Tag von 10 bis 18 Uhr hautnah miterleben, was Feuerwehrmänner und -frauen Tag für Tag leisten. So durften die Anwesenden zum Beispiel selbst echte Brände löschen. Auch für die kleinen Gäste wurde ein vielfältiges Programm geboten. Sie bestaunten mit großen Augen die vielen Fahrzeuge der Feuerwehr und durften sich sogar hinter das Steuer setzen. Auch ein riesiger Rettungshubschrauber wurde vor zahlreichen Kinderaugen präsentiert. Nina (7) und Toni (5) lieben die Erlebnistage bei der Feuerwehr. „Wir versuchen jedes Jahr hier zu sein“, sagte Mutter Susann Laubner (32). Sie ist Rettungssanitäterin. Ihren Mann lernte sie bei einem Einsatz kennen und lieben, denn er ist ein Feuerwehrmann.

Doch an diesem Tag stand nicht nur der Spaß im Vordergrund. Die Missstände bei der Berliner Feuerwehr haben spätestens seit der Mahnwache vor dem Roten Rathaus in Mitte ein breites Publikum erreicht. 24 Stunden, 7 Tage die Woche und mehr als fünf Wochen lang brannte dort eine Feuertonne. Die Protestaktion „Berlin brennt“ fand europaweit Gehör und auch zahlreiche Unterstützende. Doch die vielen Fehleinsätze, die niedrigen Feuerwehrzulagen, die unzähligen Überstunden und andere Mängel gehen den Lebensrettern immer noch täglich an die Substanz. So gibt es zwar keine Mahnwache mehr, doch „Berlin brennt“ existiert weiterhin – nun als Verein, der sich auch am Tag der offenen Tür zeigte.

Mehr zum Thema:

Feuerwehr rückt mit vier Staffeln zu Brand in Wannsee aus

Brand in Kreuzberg: Feuerwehr rettet fünf Menschen

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.