Nach Rechnungshof-Kritik

Berliner Senat will Vivantes strenger kontrollieren

Der Krankenhauskonzern Vivantes soll künftig mehr Auskünfte über die Personalausgaben geben - auch unter der Geschäftsführungsebene.


Der Vivantes-Konzern beschäftigt fast 15.000 Mitarbeiter. Besonders gefragte Spezialisten sollen künftig mehr verdienen

Der Vivantes-Konzern beschäftigt fast 15.000 Mitarbeiter. Besonders gefragte Spezialisten sollen künftig mehr verdienen

Foto: Florian Schuh / dpa

Berlin.  Die Geschäftsführung des kommunalen Klinikkonzerns Vivantes um Chefin Andrea Grebe muss sich künftig vom Aufsichtsrat enger kon­trollieren lassen. Auslöser ist ein Bericht der Berliner Morgenpost über die Kritik des Landesrechnungshofes an überhöhten Gehälter und undurchsichtigen Bonuszahlungen an Führungskräfte. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) erklärte am Montag, er habe mit Vera Gäde-Butzlaff, der Vorsitzenden des Gremiums, vereinbart, sich künftig auch über die Ausgestaltung und Zahlung von Personalausgaben unterhalb der Geschäftsführungsebene informieren zu lassen. Bislang habe das dem Aufsichtsrat nicht vorgelegt werden müssen.

Es werde zudem Themen geben, „für die das Unternehmen ergänzende Regeln braucht, die auch im Aufsichtsrat beraten werden können und sollen“, so Kollatz-Ahnen. Es werde sich zeigen, dass Vivantes nach dem Bericht Schritte unternommen habe, „um kritisierte Punkte aufzugreifen und die Situation zu verbessern“.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Stroedter warf der Vivantes-Chefin vor, „oben zu geben und unten zu nehmen“. Denn gleichzeitig verweigere sie, das Outsourcing von Tätigkeiten in Billig-Töchter aufzugeben. Auch der neue Tarifabschluss für die Vivantes Service Gesellschaft erfülle nicht die Forderung der rot-rot-grünen Koalition, die Gehälter ans Niveau der Stammbelegschaft anzugleichen. Diese Geschäftspraktiken seien eines landeseigenen Unternehmens nicht würdig.

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