Umfrage zur Wohnungsnot

Mehrheit der Berliner hat Verständnis für Hausbesetzungen

Am Pfingstwochenende hatten Hausbesetzer gegen überteuerte Wohnungen protestiert. Sie treffen auf das Verständnis vieler Berliner.

Protest an der Reichenberger Straße in Kreuzberg

Protest an der Reichenberger Straße in Kreuzberg

Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Zinken / picture alliance / Paul Zinken/d

Berlin. Die Wohnungsknappheit in Berlin hinterlässt offensichtlich Spuren im Meinungsbild der Bürger: 53 Prozent halten laut einer Umfrage gesetzeswidrige Hausbesetzungen für ein legitimes Mittel, um auf Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Im Osten Berlins sind es 57, im Westteil 50 Prozent, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der „Berliner Zeitung“ ergab.

„Die zeitweise Hausbesetzung wird laut Forsa von jüngeren Bürgern eher unterstützt als von älteren“, schreibt das Blatt. Weiterhin sprachen sich 43 Prozent der Bürger dafür aus, dass die Polizei zunächst die illegalen Hausbesetzungen dulden und dann mit den Besetzern verhandeln sollte.

Am Pfingstwochenende hatten Hausbesetzer mit mehreren Aktionen gegen überteuerten Wohnraum und Leerstand protestiert und aufmerksam gemacht. Vor allem Anhänger der Linken und der Grünen sprachen sich mit 83 beziehungsweise 77 Prozent der Umfrage zufolge für solche Aktionen aus. Laut Polizei handelte es sich seinerzeit größtenteils um „Scheinbesetzungen“, es wurde allerdings auch ein Haus in Neukölln geräumt und Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Berlin-Podcast "Molle und Korn": Die Besetzung von neun Häusern vor wenigen Wochen kam mit Ansage. Und doch sorgte die Aktion für Diskussion.Sind Hausbesetzungen das richtige Mittel, um auf die wachsende Wohnungsnot aufmerksam zu machen? Darüber sprachen unsere Redakteure Emina Benalia und Sebastian Geisler.

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