Sanierungsarbeiten

Senat unterstützt Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale

Der Senat und das Erzbistum planen einen Staatskirchenvertrag. Ab dem 1. September soll die Kathedrale geschlossen werden.

Die Kuppel der St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz soll saniert werden

Die Kuppel der St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz soll saniert werden

Foto: Knoll, Georg / Bilderberg NPS Tchoban Voss

Berlin. Am 1. September soll die St.-Hedwigs-Kathedrale in Mitte geschlossen werden, um mit den Sanierungsarbeiten an der Kuppel zu beginnen. Das bekräftigte Erzbischof Heiner Koch am Dienstag nach einem Konsultationsgespräch zwischen der Kirchenleitung und dem Senat. Die Landesregierung unterstütze den von der katholischen Kirche geplanten Umbau der Kathedrale, erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er sei sich bewusst, dass es dazu unterschiedliche Meinungen gebe, sagte Müller mit Blick auf öffentliche Auseinandersetzungen. Das Projekt sei jedoch eine „wichtige Weiterentwicklung für Gottesdienste“. Und „nach intensiven Diskussionen“ stehe dem Umbau nun nichts mehr im Wege. Der wird einschließlich umfangreicher Sanierungsarbeiten auf 43 Millionen Euro taxiert.

Noch im Februar hatte die Senatskulturverwaltung Bedenken gegen den Umbau der katholischen Hauptkirche geäußert. Insbesondere soll die Öffnung vom Innenraum in die Krypta, ein besonderes Merkmal der Kathedrale, geschlossen werden. Schließlich erteilte die Kulturverwaltung als Oberste Berliner Denkmalschutzbehörde aber die Genehmigung. Gemeindemitglieder, Denkmalschützer, Kunsthistoriker und Architekten hatten dagegen protestiert, die Öffnung zur Krypta zu schließen. Das Erzbistum hatte argumentiert, die Bodenöffnung mit dem Treppenabgang störe den Gemeinschaftsgedanken.

Müller verteidigt Berliner Neutralitätsgesetz

Die Gespräche zwischen Senat und Erzbistum finden alle zwei Jahre statt. Ein zentrales Thema war diesmal das Berliner Neutralitätsgesetz, welches das Tragen von religiösen Symbolen im öffentlichen Dienst einschränkt. Müller betonte die Haltung der Landesregierung, nach der das Gesetz die Religionsfreiheit nicht einschränke, sondern wichtige Institutionen des Staates wie Schulen und Gerichtssäle zu neutralen Orten erkläre. Das sei ihm auch persönlich sehr wichtig. Erzbischof Koch erklärte, die katholische Kirche sehe das Thema differenzierter. Es gehe über das Neutralitätsgesetz hinaus um die Frage, wie Religionsfreiheit geschützt werden könne.

Der Senat und das Erzbistum wollen einen Staatskirchenvertrag abschließen. Man befinde sich dazu in Gesprächen, sagte der Regierende Bürgermeister. Er sehe keine unüberbrückbaren Hürden. Koch betonte, das Vorhaben werde von der katholischen Kirche unterstützt. Als einziges Bundesland hat Berlin bisher keinen Staatskirchenvertrag mit der katholischen Kirche. Ein solcher Vertrag kann nur mit dem Apostolischen Stuhl in Rom geschlossen werden. „Auf der Zielgeraden“ seien die Gespräche zur Einrichtung eines Instituts für Katholische Theologie an der Humboldt-Universität, sagte Koch. Damit werde die Katholische Theologie in Berlin gestärkt, betonte Müller. Der Erzbischof hofft, dass der Studienbetrieb im Wintersemester 2019/2020 starten kann.

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