AfD-Demo und Protest

Demo-Bilanz der Polizei: 25 Personen festgenommen

Nach Ende der Demonstrationen kam es zu Rangeleien zwischen AfD-Anhängern und linken Gegendemonstranten.

Im Video: Mit Techno und Floßen gegen Rechtspopulisten

Am Sonntag demonstrierte die AfD mit 5000 Teilnehmern in Berlin. An 13 Gegendemonstrationen nahmen etwa 25.000 Protestler teil.

Beschreibung anzeigen

Berlin. Rund um die AfD-Demonstration und die Gegendemonstrationen hat die Berliner Polizei am Sonntag 25 Personen vorübergehend festgenommen. Das teilte die Polizei am Montagnachmittag mit.

So waren nach dem Ende der Demonstrationen am S-Bahnhof Friedrichstraße AfD-Anhänger und linke Gegendemonstranten aufeinander getroffen. Die Polizei trennte die beiden Lager und nahm einige Menschen fest. Auch an anderen Stellen hatte es Rangeleien von Protestierern mit Polizisten gegeben. Als Demonstranten versuchten, Absperrungen am Leipziger Platz zu durchbrechen, sprühte die Polizei Pfefferspray.

Ansonsten war der Protest von 25.000 Gegendemonstranten aber weitgehend friedlich geblieben. Die befürchteten Zusammenstöße mit linksautonomen AfD-Gegnern blieben aus. Die AfD hatte 5000 Anhänger mobilisiert. Die Polizei war mit 2400 Beamten im Einsatz. 15 Polizisten wurden bei dem Großeinsatz verletzt, drei Einsatzkräfte mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Bilanz der Polizei im Detail:

  • Am Washingtonplatz, wo sich die Teilnehmer des AfD-Aufzuges sammelten, wurde eine Frau überprüft, die ein gegen die AfD gerichtetes Plakat gezeigt hatte. Dabei leistete die Frau Widerstand gegen die Einsatzkräfte. Sie wurde vorübergehend festgenommen. Die Frau erstattete eine Strafanzeige wegen Körperverletzung im Amt gegen die festnehmenden Beamten. Bei der Frau handelt es sich um die 73 Jahre alte Menschenrechtlerin Irmela Mensah-Schramm.
  • Gegen 13.30 Uhr zog der AfD-Aufzug los. Während des Durchlaufens der S-Bahnbrücke in der Luisenstraße Ecke Margarete-Steffen-Straße kippten Unbekannte eine schwerölhaltige Flüssigkeit von der Brücke herunter, die mehrere Teilnehmer traf. Eine Frau klagte über Übelkeit und kam mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus.
  • In Gruppen von 20 bis 300 Personen versuchten Aufzugsgegner immer wieder die Demonstration zu stören. Die Einsatzkräfte drängten mehrmals Personen ab und setzten Pfefferspray ein. Der Aufzug erreichte kurz nach 14 Uhr den Platz des 18. März, dort wurde er um 15.15 Uhr vom Veranstalter beendet.
  • Kurz nach 13 Uhr versuchten mehrere AfD-Gegner am Leipziger Platz, zum AfD-Aufzug durchzubrechen. Polizisten setzten Reizgas ein, um einen Durchbruch zu verhindern.
  • In der Klopstockstraße Ecke Großer Stern zündeten Unbekannte ein Fahrzeug an. Zeugen berichteten, dass drei vermummte Personen vom Tatort flüchteten.
  • In der Pappelallee Ecke Eberswalder Straße griffen etwa 100 zum Teil vermummte Personen einen Einsatzwagen der Polizei an und verletzten einen Polizisten. Anschließend wurden Gegenstände auf die Fahrbahn verbracht und Graffiti aufgesprüht. Drei Tatverdächtige wurden vorübergehend festgenommen.
  • In der Friedrichstraße rund um den Friedrichstadtpalast sowie am Schiffbauerdamm brachten Unbekannte ebenfalls Gegenstände auf die Fahrbahn und zündeten ein Auto an.

Mehr zum Thema:

25.000 protestieren mit Glitter und Techno gegen AfD-Demo

Live-Blog: AfD-Demo trifft auf 25.000 Gegendemonstranten