Verkehr

Erheblicher Ärger bei der Bus-Tochter der BVG

Das Betriebsklima bei der BVG-Tochter „BT Transport“gilt als zerrüttet. Der Betriebsrat will nun vor das Arbeitsgericht ziehen.

Ein Schild der Berliner Verkehrsbetriebe Gesellschaft BVG.

Ein Schild der Berliner Verkehrsbetriebe Gesellschaft BVG.

Foto: dpa

Zwischen dem Betriebsrat der BVG-Tochter „BT Transport“, in der knapp 1970 Berliner Bus- und U-Bahnfahrer beschäftigt sind, und der Geschäftsführung gibt es gewaltigen Zoff: Die betriebliche Interessenvertretung fordert vom Aufsichtsrat unter BVG-Chefin Sigrid Nikutta die Entlassung der beiden Geschäftsführerinnen Sylke Winter und Diana Kelm – wegen der Zerrüttung des Verhältnisses zum Betriebsrat. „Außerdem wollen wir Strafanzeige wegen der Behinderung der Betriebsratsarbeit und der Betriebsratswahlen 2018 stellen“, kündigte der amtierende BT-Betriebsratsvorsitzende Dirk Hellwig an. Der Aufsichtsrat will sich am 23. Mai mit den Vorwürfen gegen die Geschäftsführung befassen. Der Betriebsrat hat in dem Streit das Arbeitsgericht angerufen.

Der 17-köpfige Betriebsrat, der inzwischen neu gewählt ist, wirft der Geschäftsführung vor, sie habe mit Lohnkürzungen für Betriebsrats- und Wahlvorstandsmitglieder unmittelbar in die Betriebsratswahl eingegriffen. Mitarbeitern sei der Lohn gekürzt worden, nur weil die nicht freigestellten Betriebsratsmitglieder nicht offenlegen, wann und warum sie sich treffen.

Geschäftsführung bezeichnet Vorwürfe als „haltlos“

Die BT-Geschäftsführung weist die Vorwürfe auf Anfrage der Berliner Morgenpost als haltlos zurück. „Die BT Transport GmbH nimmt die betriebsverfassungsrechtlichen Rechte der Arbeitnehmervertretungen sehr ernst“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. „Zu den selbstverständlichen Pflichten eines Betriebsratsmitglieds gehört es aber auch, sich abzumelden und bei Rückkehr an den Arbeitsplatz wieder anzumelden.“ Inzwischen seien alle Mitglieder des Betriebsrates und des Wahlvorstandes vollständig bezahlt worden. „Es muss geklärt werden, ob die Geschäftsführung den Betriebsrat und Wahlvorstand kontrollieren – oder nur die Arbeitszeit dokumentieren wollte“, sagte Jeremy Arndt von der Fachgruppe Busse und Bahnen bei Verdi.

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