Ausbau im Nahverkehrsnetz

Diese drei U-Bahnlinien will der Senat verlängern

Verkehrssenatorin Günther spricht sich für den Weiterbau von drei U-Bahnlinien aus. Der Ausbau würde Zehntausende Berliner anbinden.

Das sind die Berliner S-/U-Bahn-Typen

Breitbeinige Berliner, verwunderte Touristen und neugierige Handyspione: Die typischen Nahverkehrsnutzer gibt es in zahlreichen Facetten.

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Berlin. Das Berliner U-Bahn-Netz soll in den kommenden Jahren wachsen. So will es der rot-rot-grüne Senat, der damit eine Wende in der Verkehrspolitik vollzieht. Waren im Koalitionsvertrag von SPD, Linken und Grünen neben der Fertigstellung der U5 in Mitte nur die Verlängerung von mehreren Straßenbahnlinien vorgesehen, setzt Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) nun einen deutlich anderen Akzent.

Die Senatorin möchte drei U-Bahnstrecken verlängern lassen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sollen nun Details der einzelnen Projekte in Machbarkeitsstudien darstellen. Diese sollen dann als Grundlage dienen, um über „weitere Planungsschritte zu entscheiden“, wie es im Entwurf einer Besprechungsunterlage aus dem Hause der Verkehrssenatorin für den Senat heißt. In Angriff nehmen will die Verwaltung die Verlängerungen der Linien U8 zum Märkischen Viertel, der U6 zum neuen Wohn- und Gewerbegebiet auf dem Areal des heutigen Flughafens Tegel und der U7 zur Landesgrenze oder nach Schönefeld.

U6 soll Gelände des Flughafen Tegel anschließen

Günther folgt mit ihren Plänen einem Auftrag des Abgeordnetenhauses. Dem Wunsch der Parlamentarier folgend, hatten sich Günthers Beamte auch die Verlängerung der U7 von Rathaus Spandau bis Heerstraße Nord angesehen, ebenso den Weiterbau der U1 zum Ostkreuz und eine Anbindung des Mexikoplatzes an die U3. „Für mehrere der zu prüfenden U-Bahn-Netzerweiterungen konnte ein hoher verkehrlicher Nutzen ermittelt werden“, heißt es in dem Papier, das der Senat noch im Mai besprechen soll.

Die drei nun ausgewählten Projekte machen aus verkehrlicher Sicht durchaus Sinn. Die nach der geplanten Schließung des Flughafens Tegel geplante „Urban Tech Republic“ braucht eine leistungsstarke Anbindung. Diese soll nun über einen Abzweig der U6 am Kurt-Schumacher-Platz bis zum heutigen Terminalgebäude erfolgen.

U-Bahn könnte bis zum Flughafen Schönefeld fahren

Mit einer bis zur Stadtgrenze am Lieselotte-Berger-Platz im Süden Rudows oder gleich bis zum S-Bahnhof Schönefeld verlängerten U7 würde zwar nicht der neue Flughafen BER angebunden. Wohl aber könnten die bestehenden Verbindungen aus dem Südosten in die Stadt durch eine durchgehende U-Bahn entlastet werden. Für die bis ins Märkische Viertel ausgebaute U8 in Reinickendorf setzt die Senatsverwaltung nun auf eine Variante mit zwei neuen Bahnhöfen, die am Senftenberger Ring enden soll.

Senatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) hat offenbar erkannt, dass nicht überall die von Rot-Rot-Grün offiziell favorisierten zusätzlichen Straßenbahnlinien die Verkehrsprobleme lösen können. Vor allem im Westen der Stadt gibt es oft kein Tram-Netz, an das man leicht andocken könnte.

Um das Märkische Viertel (U8) besser anzubinden, das mit der BER-Eröffnung befürchtete Verkehrschaos im Südosten zu lindern und den geplanten Technologiepark samt Wohngebieten auf dem Tegeler Flughafengelände (U6) zu erschließen, scheinen verlängerte U-Bahn­linien die bessere Variante zu sein, trotz höherer Kosten.

Verlängerung der U8 würde über zehntausend zusätzliche Bürger anbinden

Philipp Bouteiler, Chef der Tegel Projekt GmbH, die nach der Schließung das TXL-Gelände entwickeln soll, ist begeistert: „Das wäre wirklich super. Wir haben uns schon immer eine Gleisanbindung gewünscht.“

Im Märkischen Viertel haben die Planer sogar eine teurere Variante empfohlen, um mehr potenzielle Fahrgäste gewinnen zu können. Statt der bisher diskutierten Rumpf-Variante zwischen der bisherigen U8-Endhaltestelle Wittenau und dem Märkischen Zentrum am Südrand des Märkischen Viertels empfehlen sie nun eine Verbindung mit einem Abzweig nach Norden mit der Endhaltestelle Senftenberger Ring.

Diese 1,6 Kilometer würden zwar 190 bis 250 Millionen Euro kosten anstatt nur 80 Millionen Euro wie die kurze Lösung. Dafür würden zehntausend zusätzliche Fahrgäste erreicht. Der CDU-Abgeordnete Michael Dietmann, der seit Jahren für eine U-Bahn ins Märkische Viertel kämpft, begrüßt die Pläne der Senatorin. „Ich hoffe aber, dass die Auswahl der längeren Variante nicht nur ein Winkelzug ist, um wegen der höheren Kosten das ganze Projekt totzumachen“, so Dietmann.

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