Arbeitgeber

Ranking: Das sind die 200 größten Berliner Unternehmen

Die Mitarbeiterzahl bei Berlins größten Arbeitgebern ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Die Liste der Top-200-Unternehmen.

Foto: pa/Robert Schlesinger

Berlin.  Jobs, Jobs, Jobs – Hauptstädter und Neuberliner, die in diesen Tagen einen neuen Arbeitsplatz suchen, haben es leicht. Denn die Berliner Firmen stellen kräftig ein. Allein die 200 größten Arbeitgeber der Spreemetropole haben im vergangenen Jahr deutlich mehr als 10.000 neue Mitarbeiter rekrutiert. Die Auswertung des Top-200-Rankings der Berliner Morgenpost ergab ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Auch im Jahr 2016 verzeichneten die Top 200 einen Beschäftigungszuwachs von 2,9 Prozent, 2015 waren es zwei Prozent. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort: Bereits seit dem Jahr 2010 vergrößern die Berliner Top 200 im Durchschnitt ihre Belegschaften. Zuletzt wurde das Wachstums­tempo noch einmal beschleunigt. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 111 der Berliner Top-200-Unternehmen neue Kollegen eingestellt, nur 41 Firmen haben Personal entlassen.

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Hochphase für alle Branchen

"In den vergangenen drei Jahren hat Berlin den Turbo eingeschaltet", freut sich auch Claus Pretzell, Volkswirt der Investitionsbank Berlin (IBB). "Das wird sich auch 2018 nicht ändern." Zwar wächst die Wirtschaftsleistung der Hauptstadt schon seit 2006 ungebremst, seit 2015 fällt das Wirtschaftswachstum mit mehr als drei Prozent pro Jahr aber deutlich höher aus als das der gesamten Bundesrepublik. Im letzten Jahr lag das Brutto­inlands­produkt Berlins mit 3,1 Prozent sogar um 1,3 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Wachstum. "Die Berliner Wirtschaft befindet sich in einer Phase der Hochkonjunktur, fast alle Branchen boomen", sagt Pretzell.

Diese Tendenz bestätigt auch die Umfrage der Berliner Morgenpost unter den 200 größten Arbeitgebern der Berliner Wirtschaft. Auch 2018 suchen die Unternehmer der Metropol­region Berlin weiter Personal. Nach ihrer Beschäftigungspro­gnose befragt gaben 55 der Top-200-Firmen an, weiter kräftig einstellen zu wollen. Für die kommenden Monate planen sie 3425 neue Stellen. Im vergangenen Jahr wollten noch 52 Unternehmen 3302 neue Arbeitsplätze schaffen. Zudem gaben 71 Unternehmen an, ihre Mitarbeiterzahl weiterhin konstant halten zu wollen. Nur vier Unternehmen planen konkret den Mitarbeiterabbau – hier sollen 185 Arbeitsplätze wegfallen. Im vergangenen Jahr planten fünf Unternehmen, 306 Stellen abzuschaffen.

25.000 Stellen ausgeschrieben

Aber nicht nur die Top 200, auch viele der kleineren Unternehmen und Start-ups sowie Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen der Hauptstadt stellen ein. So gab es nach Angaben der IBB im Januar 2018 in Berlin knapp 60.000 mehr sozialversicherungspflichtige Stellen als im Vorjahresmonat – ein Plus von 4,3 Prozent. Im Bundesdurchschnitt stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Ar­beits­plätze im selben Zeitraum nur um etwas mehr als zwei Prozent. Außerdem seien derzeit noch rund 25.000 unbesetzte Stellen ausgeschrieben. Ende 2018, so glaubt Claus Pretzell, wird es in Berlin rund 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geben.

Gesucht wird vor allem in der Digitalbranche, in der Immobilienwirtschaft und bei den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Gefragt sind IT-Experten und Ingenieure, Mechatroniker und Elektriker, Erzieher und Pfleger. Aber auch das Hotel- und Gastgewerbe, die unternehmensnahen Dienstleistungen, der Bau und das Gebäudemanagement sowie die Beförderungsunternehmen suchen neue Kollegen.

Wachstum wird langsamer

Das liegt auch im nach wie vor anhaltenden Wachstum der Stadt begründet, ist sich Pretzell sicher. Geht der Zuzug so rasant weiter wie in den vergangenen Jahren, knackt Berlin im Jahr 2025 die Vier-Millionen-Grenze, glaubt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Denn 2017 zogen 54.200 Menschen mehr nach Berlin als von hier weg; 2016 waren es gar 60.500. Die Mehrheit der Neuberliner ist zwischen 18 und 30 Jahre alt, hat das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ermittelt. Zusätzlich sind jeden Tag etwa eine halbe Million Touristen in der Stadt. "Die wachsende Stadt schafft auch neue Arbeitsplätze", weiß Volkswirt Pretzell.

Neue Standorte, neue Start-ups, neue Arbeitsplätze – es wäre toll, würde sich das rasante Wachstum in der Hauptstadt genauso fortsetzen. Sehr wahrscheinlich ist das aber nicht. Denn IBB-Experte Claus Pretzell sieht durchaus Faktoren, die dem Wachstum Einhalt gebieten könnten. Der wichtigste dieser Faktoren: der Fachkräftebedarf. "Bisher konnten wir uns dank der Attraktivität Berlins ja um den Fachkräftemangel herumdrücken. Auf Dauer wird das nicht funktionieren", glaubt der Volkswirt. Denn der Zuzug werde nicht auf dem aktuellen Niveau weitergehen. So schafft der auch in Berlin steigende Mangel an Fachkräften immer größere Kapazitätsengpässe – heute schon gut im Baugewerbe spürbar. Für 2018 prognostiziert Pretzell deshalb noch einmal knapp drei Prozent Wachstum; 2019 aber werden wir auch in Berlin die bremsenden Einflüsse deutlich zu spüren bekommen – wachsen wird die Berliner Wirtschaft aber weiterhin, da ist sich Pretzell sicher.

Die Berliner Morgenpost präsentiert die Liste der größten Arbeitgeber - in Zusammenarbeit mit Berlin Partner

1. Deutsche Bahn (inkl. S-Bahn Berlin): 20.770 (0,0%), Verkehr / Logistik

2. Charité: 17.527 (+2,6%), Gesundheit

3. Vivantes-Netzwerk für Gesundheit: 16.136 (+4,3%), Gesundheit

4. Berliner Verkehrsbetriebe (BVG): 14.589 (+1,2%), Verkehr

5. Siemens: 11.600 (0,0%), Elektrotechnik

6. Edeka (inkl. Thürmann, Netto): 10.625, Einzelhandel

7. Daimler: 10.200 (+15,9%), Automobilindustrie

8. Deutsche Post DHL: 10.000, Logistik

9. Deutsche Telekom: 8.000, Telekommunikation

10. Zalando: 7.300 (+9,0%), Digitalwirtschaft

11. Gegenbauer: 6.717 (+2,3%), Gebäudemanagement

12. Rewe: 6.500, (+58,5%), Einzelhandel

13. Securitas Sicherheitsdienste: 6.100 (+1,8%), Sicherheitsdienstleistungen

13. Kaufland: 6.100 (0,0%), Einzelhandel

15. Deutsches Rotes Kreuz: 6.000, Soziales

15. Dussmann Group: 6.000 (-1,6%), Facility-Management, Altenpflege, Einzelhandel

17. Berliner Stadtreinigungsbetriebe BSR: 5.668 (+1,4%), Entsorgung

18. Bayer: 5.400 (+1,9%), Pharmaindustrie

19. Axel Springer: 5.356 (+1,5%), Medien

20. Vattenfall: 4.400 (-2,2%), Energieversorger

20. Wisag Facility Service Holding: 4.400 (+ 1,2%), Gebäudemanagement

22. Berliner Wasserbetriebe: 4.336 (-0,4%), Wasserversorger

23. Helios Kliniken: 4.100, Gesundheit

23. Alexianer: 4.100 (+2,5%), Gesundheit

25. Paul Gerhardt Diakonie: 3.950 (+4,1%), Gesundheit

26. Lidl: 3.890 (+10,5%), Einzelhandel

27. Berliner Sparkasse: 3.738 (-0,9%), Bank

28. Netto Marken-Discount: 3.693 (+3,4%), Einzelhandel

29. Deutsche Bank: 3.650 (-5,2%), Bank

30. Klinikum Ernst von Bergmann: 3.367 (+6,3%), Gesundheit

31. AOK: 3.303 (+3,6%), Krankenversicherung

32. McDonald's: 3.300 (0,0%), Systemgastronomie

33. Evangelisches Johannesstift Berlin: 3.069 (-0,4%), Gesundheit

34. Unionhilfswerk Unternehmensverbund: 3.011 (+1,9%), Soziales

35. Deutsche Lufthansa: 3.000 (0,0%), Luftfahrt

36. Volkswagen: 2.991 (+0,2%), Automobilindustrie

37. S-Bahn Berlin: 2.950 (+1,4%), Verkehr

38. 3B Dienstleistung Deutschland: 2.905 (+0,7%), Infrastrukturelle Gebäudedienstleistungen

39. Allianz: 2.900 (0,0%), Versicherung

40. Aldi: 2.800, Einzelhandel

41. Bombardier Transportation: 2.750, Bahntechnik

42. EJF: 2.720 (+2,1%), Soziales

43. Karstadt: 2.700, Einzelhandel

43 Rolls-Royce Deutschland: 2.700 (+7,8%), Flugzeugtriebwerke

43. Bosch: 2.700 (+3,8%), Elektrotechnik

46 BMW: 2.600, (+4,0%), Automobilindustrie

47. Immanuel Diakonie: 2.585 (+2,4%), Gesundheit- und Sozialwesen

48. Biotronik: 2.500 (0,0), Medizintechnik

49. Stephanus Stiftung: 2.456 (+10,5%), Gesundheit

50. Sana Kliniken Berlin-Brandenburg: 2.444 (+9,5%), Gesundheit

51. Deutsche Kreditbank: 2.317 (+3,5%), Bank

52. Amazon: 2.300 (+21,1%), Digitalwirtschaft

53. dm-drogerie Markt: 2.299 (5,4%), Einzelhandel

54. Mosaik Unternehmensverbund: 2.295 (+0,3%), Soziales

55. Mediamarkt/Saturn Deutschland: 2.290 0,0 Einzelhandel

56. KPMG: 2.257 (+8,5%), Wirtschaftsprüfung

57. Bundesdruckerei: 2.201 (+2,8%), Druck

58. Commerzbank: 2.076 (-5,4%), Bank

59. Flughafen Berlin Brandenburg: 2.041 (+4,0%), Flughafen

60. Manpower Group: 2.038 (3,0%), Personaldienstleister

61. Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung BWB: 2.029 (+0,7%), Soziales

62. Dirk Rossmann: 2.009 (+5,5%), Einzelhandel

63. AWO: 2.000, Soziales

64. BT Berlin Transport: 1.965 (+1,9%), Verkehr

65. GRG. Die Gebäudereiniger: 1.900 (+5,6%), Gebäudemanagement

66. Lebenshilfe Berlin: 1.859 (2,4%), Soziales

67. Alba: 1.850 (0,0%), Entsorgung/Recycling

67. Renafan: 1.850 (+13,4%), Soziales

69. Unfallkrankenhaus Berlin: 1.843 (+3,2%), Gesundheit

70. Oberlinhaus: 1.838 (+2,5%), Gesundheit, Rehabilitation

71. H&M Hennes & Mauritz: 1.833, Einzelhandel

72. Berliner Volksbank: 1.798 (-4,4%), Bank

73. Gasag-Gruppe: 1.715 (+5,1%), Energieversorger

74. Randstad Deutschland: 1.700 (-4,6%), Personaldienstleister

74. BASF: 1.700 (+21,4%), Chemie

76. Real SB-Warenhaus: 1.680 (-3,3%), Einzelhandel

77. Steinecke's Heidebrot Backstube: 1.604 (-2,3%), Einzelhandel/Lebensmittel

78 IAV: 1.600 (+6,7%), Automobilzulieferer

79. Volkssolidarität Berlin: 1.570 (+0,4%), Soziales

80. Ikea Deutschland: 1.550 (-2,0%), Einzelhandel

81. Accor: 1.525 (0,0%), Hotel

82. Bauhaus: 1.500, Einzelhandel

83. Netto ApS & Co. KG: 1.449 (+1,5%), Einzelhandel

84. Bio Company: 1.416 (+7,8%), Einzelhandel

85. Parexel International: 1.393 (-6,1%), Pharmaforschung

86. Piepenbrock Dienstleistungen: 1.386 (+8,1%), Gebäudemanagement

87. Deutsche Postbank: 1.368 (+1,3%), Bank

88. Regiocom Berlin (inkl. SNT Deutschland): 1.354 (-17,6%), Callcenter

89. Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge: 1.331 (+7,2%), Gesundheit

90. Deutsches Herzzentrum Berlin 1.300, Gesundheit

90. Vodafone D2: 1.300, Telekommunikation

90. Knorr-Bremse: 1.300, Bahntechnik

93. PIN Mail: 1.280 (-1,6%), Postdienstleister

94. ZAG Zeitarbeitsgesellschaft: 1.274, (+3,6%), Personaldienstleister

95. Max-Delbrück-Centrum: 1.251 (+6,3%), Forschung

96. Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin: 1.250 (0,0%), Gesundheit

97. Ernst & Young: 1.205 (+15,0%), Wirtschaftsprüfung

98. Competence Call Center: 1.200 (-7,7%), Callcenter

98. Philip Morris: 1.200 (-14,3%), Tabakindustrie

98. August Storck: 1.200 (0,0%), Lebensmittel

98. GE Deutschland: 1.200 (0,0%), Maschinenbau

Das gesamte Ranking der 200 größten Berliner Unternehmen finden Sie in dieser Grafik

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