Senat

Ex-Rektor der Rütli-Schule wird Sport-Staatssekretär

Innensenator Geisel ernennt den ehemaligen Schulleiter Aleksander Dzembritzki zum Staatssekretär. In der SPD ist er lange aktiv.

Aleksander Dzembritzki, der ehemalige Schulleiter der Rütli-Schule, wird nun Sport-Staatssekretär (Archiv)

Aleksander Dzembritzki, der ehemalige Schulleiter der Rütli-Schule, wird nun Sport-Staatssekretär (Archiv)

Foto: dpa Picture-Alliance / Steffen Kugler / picture-alliance/ dpa

Berlin. Der frühere Rektor der Rütli-Schule in Neukölln, Aleksander Dzembritzki, soll Staatssekretär für Sport in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport werden. Dies erfuhr die Berliner Morgenpost aus Senatskreisen. Er soll voraussichtlich am 8. Mai ernannt werden.

Die Rütli-Schule wurde bundesweit bekannt, nachdem die Lehrer einen Brandbrief öffentlich machten. Sie forderten mehr Unterstützung bei ihrer Arbeit und der Betreuung der Jugendlichen. Dzembritzki war im Herbst 2006 als „Retter in der Not“ an der damaligen Neuköllner Problem-Schule begrüßt worden. Denn niemand wollte damals die Rektorenstelle übernehmen. Nach dem „Brandbrief“ der Lehrer an den damaligen Bildungssenator Klaus Böger (SPD) war die Schule kommissarisch vom Rektor der Paul-Löbe-Hauptschule, Helmut Hochschild, geleitet worden. Unter Dzembritzki besserten sich die Verhältnisse an der Schule. Drei Jahre später gab er wegen der Fusion mit der Heinrich-Heine-Realschule seinen Posten ab.

Erfahrungen als Schulleiter von Nutzen

Derzeit ist Dzembritzki in der Senatsverwaltung für Bildung tätig. Politisch engagiert er sich für die SPD. Sein Vater Detlef Dzembritzki war Bezirksbürgermeister und Stadtrat, SPD-Landeschef und Mitglied des Bundestages. Auch Aleksander Dzembritzki wollte 2017 in den Bundestag, konnte sich auf der Wahlkreiskonferenz aber als Bewerber nicht durchsetzen. Er ist Vize-Fraktionsvorsitzender in der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung.

Der Posten des Sport-Staatssekretärs ist frei geworden, nachdem der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) den langjährigen Amtsinhaber Christian Gaebler (SPD) zum Senatskanzleichef ernannt hat. Innensenator Andreas Geisel (SPD) soll sich dem Vernehmen nach für Dzembritzki entschieden haben, weil er ein Sportfachmann und zudem gut vernetzt sein soll. Der Neue bringt aus seiner Zeit als Schulleiter und Lehrer auch Erfahrungen mit Gewaltprävention mit.

Dzembritzki soll aber nicht wie sein Vorgänger auch das Haus führen. Diese Aufgabe soll nach Morgenpost-Informationen Staatssekretärin Sabine Smentek übernehmen, die seit Ende 2016 in der Senatsinnenverwaltung für Informations- und Kommunikationstechnologie zuständig ist.

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