Regierender Bürgermeister

Michael Müller verspricht Berlinern zusätzlichen Feiertag

Berlin gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen. Der Regierende gelobt Abhilfe und macht drei Vorschläge.

Michael Müller (SPD) setzt sich für einen weiteren Feiertag ein

Michael Müller (SPD) setzt sich für einen weiteren Feiertag ein

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat den Hauptstädtern einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag in Aussicht gestellt. „Das diskutieren wir“, sagte der SPD-Politiker der „Welt“. „Die Frage ist nicht so sehr, ob wir einen solchen Feiertag bekommen, sondern eher welchen.“

Möglich wäre aus seiner Sicht etwa der 17. Juni, also der Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR, der 8. Mai als Tag der Befreiung von der Nazi-Diktatur oder der 27. Januar als Holocaust-Gedenktag. „Es muss ein Tag sein, der eine politische Relevanz in unserer Geschichte hat“, so Müller.

Welcher soll der neue Berliner Feiertag werden?

Auch Linke für zusätzlichen Feiertag

Auch die Linke in Berlin hat sich für einen zusätzlichen arbeitsfreien Feiertag in der Hauptstadt ausgesprochen. „Unsere Position ist, dass die Berlinerinnen und Berliner einen neuen Feiertag verdienen“, erklärte die Linke-Landesvorsitzende Katina Schubert am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Gegenüber anderen Bundesländern sei Berlin „massiv im Hintertreffen“. „Bei allem preußischen Arbeitsethos: Es ist nicht einzusehen, warum die Berliner da zurückstehen sollen“, so Schubert.

Als Datum für den neuen Feiertag, der auf jeden Fall ein säkularer sein müsse, schlug Schubert den 8. Mai vor. „Es ist der Tag der Befreiung, ein Tag, an dem man Erinnerung in seiner ganzen Breite organisieren kann.“ Bald werde es keine Zeitzeugen mehr geben, die über die Nazidiktatur und den Zweiten Weltkrieg berichten können. „Dann ist so ein Tag des Erinnerns und des Innehaltens für Frieden, gegen Unmenschlichkeit, Faschismus, Antisemitismus noch einmal wichtiger. Darüber müssen wir in der Koalition aber noch diskutieren.“

Berlin gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten arbeitsfreien Feiertagen. Aktuell sind es 9, Bayern hat hingegen 13 Feiertage, Baden-Württemberg 12. Die Debatte hatte zuletzt durch eine Vorstoß der norddeutschen Länder bundesweit Fahrt aufgenommen: Geplant und teilweise schon beschlossen ist die Einführung eines arbeitsfreien Feiertags am Reformationstag in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen.

Bisher war der Reformationstag lediglich in den ostdeutschen Ländern außer Berlin gesetzlicher Feiertag, im Vorjahr zum 500. Reformationsjubiläum einmalig bundesweit.

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