Berliner Feuerwehr

Feuerwehr-Gewerkschafter: „Ich dusche in Schimmelduschen“

Seit Wochen demonstrieren Feuerwehrleute für bessere Arbeitsbedingungen. Wie schlimm die Zustände sind, zeigt ein Gewerkschafter auf.

Die Sanitäter der Berliner Feuerwehr sind komplett überlastet - auch weil sie zu oft bei Kleinigkeiten ausrücken müssen.

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Berlin. Die Berliner Feuerwehr braucht nach Ansicht eines Gewerkschafters dringend mehr Unterstützung. „Es geht um katastrophale Zustände bei uns“, sagte Verdi-Betriebsgruppensprecher Stefan Ehricht am Samstag beim Landesparteitag der Linken. Die Gehälter lägen 300 bis 500 Euro unter denen in anderen Bundesländern, auch der Zustand der Ausrüstung und Wachen sei katastrophal.

„Ich dusche in Schimmelduschen“, sagte Ehricht, der seit 20 Jahren als Feuerwehrmann arbeitet. Die Hallentore müssten sie von Hand öffnen. Bei Notrufen etwa wegen eines Herzinfarktes käme mitunter erst ein Löschfahrzeug zur Ersten Hilfe, manchmal erst nach bis zu 40 Minuten ein Krankenwagen. Auch die Feuerwehrschule zur Ausbildung sei zu klein. Ehricht, der seit rund 20 Jahren als Feuerwehrmann arbeitet, forderte: „Lieber Geld investieren statt Leben riskieren.“

Die Feuerwehrleute protestieren seit Wochen in der Hauptstadt auch mit einer Mahnwache am Roten Rathaus. Innensenator Andreas Geisel (SPD) will sich am Montag mit Vertretern der Feuerwehr treffen. Die Linkspartei sagte den Einsatzkräften Solidarität zu. Die Delegierten forderten am Samstag eine schnelle Anpassung der Besoldung, eine bessere Ausstattung und eine Sanierung der Wachen.

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