Nachnutzung

Party im TXL-Tower? Berlin prüft Tegel als Club-Standort

Der Flughafen Tegel könnte zur neuen Heimat von Clubs werden: Senat, Clubcommission und Tegel Projekt GmbH wollen diese Pläne prüfen.

Der Flughafen Tegel bei Nacht aus der Luft

Der Flughafen Tegel bei Nacht aus der Luft

Foto: euroluftbild.de/Robert Grahn

Berlin. Der Flughafen Tegel könnte nach seiner Schließung zu einem neuen Standort für die Berliner Clubszene werden. Ende Mai wollen Senat, die Tegel Projekt GmbH und die Clubcommission vor Ort gemeinsam prüfen, ob sich die bestehenden Gebäude am TXL für eine zeitweilige oder dauerhafte Nutzung für die Clubszene eignen. Das schreibt die Wirtschaftsverwaltung in einer Antwort auf eine Frage von Linke-Politikerin Katalin Gennburg. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Laut Bericht der Zeitung hält die Clubcommission die TXL-Flächen vor allem für kleinere Open-Air-Festivals für geeignet. Auch der Flughafen-Tower sei "von der Optik her eine interessante Location", so Clubcommission-Sprecher Lutz Leichsenring. Tegel-Projekt-Sprecher Hans Peter Koopmann sieht demnach die Ansiedlung von Clubs als eine willkommene Ergänzung bei der Nachnutzung des Flughafengeländes.

Bei einem - rechtlich nicht verbindlichen - Volksentscheid im September 2017 hatten 56,4 Prozent der Wähler dafür gestimmt, Tegel auch nach Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports BER in Schönefeld weiter zu betreiben. Sie stellten sich damit gegen die bisherigen Festlegungen der drei Flughafengesellschafter - Berlin, Brandenburg und Bund - wonach Tegel spätestens sechs Monate nach der BER-Eröffnung schließen soll. Die Eröffnung ist jetzt nach immer neuerlichen Verzögerungen für den Herbst 2020 vorgesehen. Vorstöße von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatten die Debatte um die TXL-Schließung zuletzt neu entfacht.

Nach der Schließung des Airports sollen laut bisherigen Plänen auf den Flächen Wohnungen sowie ein Forschungs- und Technologiepark, die „Urban Tech Republic“, geschaffen werden. Die Beuth-Hochschule möchte mit einem Teil ihrer Studiengänge in das sechseckige Terminalgebäude ziehen.

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