Baukosten

In Berlin zu bauen wird noch teurer

Wer in Berlin bauen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Allein die Preise für Bauarbeiten steigen in Berlin um 5,5 Prozent.

Berlin. Wer in Berlin bauen will, muss nicht nur aufgrund stark gestiegener Grundstückspreise tief in die Tasche greifen. Auch die sogenannten „Bauleistungen am Bauwerk“ sind in den vergangenen Monaten so stark gestiegen wie seit mehr als zehn Jahren nicht, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilte. Demnach kostete die Errichtung eines Wohngebäudes im Februar 2018 in Berlin 5,5 Prozent und in Brandenburg 4,9 Prozent mehr als noch im Februar 2017.

„Nachdem die Baupreise im vergangenen Jahr im Durchschnitt in Berlin und Brandenburg um rund vier Prozent gestiegen waren, setzte sich zu Beginn 2018 in beiden Ländern der zunehmende Auftrieb mit jetzt fünf Prozent ungehemmt fort“, teilen die Statistiker weiter mit. Stärker erhöhten sich die Baupreise im Vorjahresvergleich zuletzt im November 2007 mit einem Anstieg um 6,5 Prozent in Berlin und um 9,5 Prozent in Brandenburg.

Unter den Bauarbeiten in Berlin erhöhten sich mit Abstand am stärksten die Preise für das Erstellen der Baugrube, also die Erdarbeiten. Sie stiegen gegenüber Februar 2017 um 17,6 Prozent. Auffällig in Brandenburg war dagegen vor allem die Preiserhöhung für Maler- und Lackierarbeiten mit plus 12,1 Prozent. Für Mauer- und Betonarbeiten, den Arbeiten mit dem größten Anteil am Neubau für Wohngebäude, musste man in Berlin 0,8 beziehungsweise 7,1 Prozent und in Brandenburg 4,5 beziehungsweise 5,3 Prozent mehr als im Februar 2017 bezahlen. Preisrückgänge für Bauarbeiten binnen Jahresfrist waren nicht festzustellen, heißt es weiter im Bericht.

Am teuersten ist eine neue Wohnung in Grunewald

Insgesamt mussten private Erwerber einer Neubauwohnung jedoch nicht nur die gestiegenen Baukosten, sondern vor allem auch die gestiegenen Grundstückspreise verkraften. Zudem fordern Projektentwickler deutlich höhere Preise. So kostete eine neu errichtete Eigentumswohnung in Berlin 2017 je nach Lage zwischen knapp sieben und über 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus einer Übersicht des Onlineanbieters Immobilienscout24 hervorgeht.

Demnach war eine neu errichtete Immobilie in Grunewald mit 6327 Euro je Quadratmeter (plus 13,4 Prozent) am teuersten. Auch für Wohnungen in Mitte (6102 Euro) und Dahlem (5792 Euro) mussten Käufer tief in die Tasche greifen. Am günstigsten waren Neubauwohnungen in Wartenberg, Bohnsdorf und Marzahn – mit einer Preisspanne von 1518 bis 2571 Euro. Doch auch hier wurde es insgesamt teurer: um 6,8 Prozent bis hin zu 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am stärksten stiegen die Preise in Neukölln – um 20,6 Prozent auf durchschnittlich 4792 Euro pro Quadratmeter. Ebenfalls deutlich legten die Preise in Kreuzberg um 18,3 Prozent auf 5511 Euro zu sowie in Tiergarten (plus 18,1 Prozent) auf 4710 Euro.

Die Angaben beziehen sich auf die beim Internetportal Immobilienscout24 aufgerufenen Preise. Berechnungsgrundlage ist eine Beispielwohnung mit 80 Quadratmetern Wohnfläche, drei Zimmern, mittlerer Ausstattung und Baujahr 2015 bis 2017.

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