Berlin

Berliner Morgenpost trauert um Bernd Philipp

Optimismus, Verlässlichkeit, Humor und Formulierungskunst waren seine Stärken. Pläne schmieden, Ideen verwirklichen und neue Aufgaben in Angriff nehmen – das war sein Leben. Nie aufgeben und am „Ball bleiben“, war sein Motto. In dieser Woche verließ ihn die Kraft – der Autor Bernd Philipp hat den Kampf gegen den Krebs verloren. 68 Jahre alt wurde unser Kollege, der über Jahrzehnte die Leser der Berliner Morgenpost mit seinen Kolumnen und Reportagen in seinen Bann zog.

Für die Sonntagsserie „Berliner Spaziergang“ traf er sich mit Prominenten aus Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu einem Gespräch an deren „Lieblingsecke“. Bernd Philipp kitzelte dabei aus seinen Begleitern hochinteressante Befindlichkeiten und Gedanken heraus. Unnachahmlich der Stil seiner humorigen Kolumne mit Susi Super, Bernd selbst, Sohn Max, den vier Schwestern und Hausfreund Rüdiger. Jeden Sonntag erfreuten sich die Leser der Berliner Morgenpost an ihren Alltagserlebnissen.

Unser Kollege volontierte zwischen 1970 und 1972 in Düsseldorf bei der WAZ-Mediengruppe. Von 1973 bis 1976 war er Redakteur bei der „BZ“ in Berlin, Schwerpunkt TV, anschließend Feuilletonredakteur bei der „Welt“ und der Berliner Morgenpost. 1977 wurde er Ressortleiter Medien und Herausgeber der Sonntagsbeilage Berliner Illustrirten Zeitung. 18 Jahre arbeitete er als Chefreporter für die Morgenpost, auch nach seiner Pensionierung schrieb er weiter. Mehr als 30 Bücher mit Alltagsgeschichten hat Bernd Philipp verfasst. Zusammen mit Renate Wiechmann schrieb er das Buch „Der letzte Zug“. Darin wird das Schicksal der letzten aus Berlin nach Auschwitz deportierten Juden beschrieben. Es wurde das Begleitbuch zu Artur Brauners gleichnamigen Kinofilm.

Bernd Philipp war stets voller Tatendrang. Bis kurz vor der schrecklichen Diagnose der Ärzte im vergangenen Oktober war er mit Rias-Legende Nero Brandenburg auf Lesetour, arbeitete zudem an dem Buch „Usedom – die Badewanne Berlins“. Auch danach ließ sich Bernd Philipp nicht unterkriegen, heiratete noch einmal seine große Lebensliebe Angela, sehr zur Freude des gemeinsamen Sohnes Max. Eigentlich sollte es im Frühjahr zum Erholungsurlaub nach Österreich gehen, der Tod ließ das nicht mehr zu. Wir haben einen großartigen Kollegen verloren.

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