„Story of Berlin“

Kudamm-Karree: Hängepartie für den Umbau geht weiter

Zwei Stunden vor der Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags über das Kudamm-Karree hat das Bezirksamt den Termin abgesagt.

Das Kudamm-Karree soll erneuert werden

Das Kudamm-Karree soll erneuert werden

Foto: dpa Picture-Alliance / Schoening / picture alliance / Arco Images

Berlin. Es war Überraschung: Zwei Stunden vor der Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags über das Kudamm-Karree im Rathaus Charlottenburg hat das Bezirksamt den Termin am Dienstag abgesagt. Wie Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) sagte, soll noch einmal „in einem klärenden Gespräch“ versucht werden, zwischen dem Museum „Story of Berlin“ und dem Eigentümer der Immobilie, Cells, eine Einigung zu erzielen. „Nach dem Beschluss der Bezirksverordneten soll ja nicht irgendein zeithistorisches Museum dort gesichert werden, sondern die Story of Berlin“, sagte Naumann.

Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne), der zur Unterzeichnung und damit dem Ende der jahrelangen „Hängepartie“ eingeladen hatte, stellte aber klar, dass der Vertrag ausverhandelt sei, sich daran auch nichts mehr ändern werde. Mit dem Vertrag würden ein Theater und ein zeithistorisches Museum gesichert. Das Bezirksamt habe die Unterzeichnung verschoben, um zu versuchen, die ungeklärte Frage zwischen Cells und dem Museum zu klären. Letztlich gehe es aber um eine privatrechtliche Frage, bei der der Bezirk lediglich moderierend auftreten könne.

Am 23. März, so Schruoffeneger, soll es einen gemeinsamen Termin beim Bezirksbürgermeister geben. Auch er als Stadtentwicklungsstadtrat und die Kulturstadträtin sollen teilnehmen. Erst werde mit der einen, dann mit der anderen Seite und schließlich mit beiden zusammen geredet. Laut Schruoffeneger der letzte Versuch, dass sich beide Seiten verständigen. Dabei geht es um Geld, speziell um die Frage, wie hoch eine kulturaffine Miete sein darf. Cells als Eigentümer der Immobilie erwarte bei einer „Kulturmiete“ – so soll das Theater künftig eine Miete im untersten zweistelligen Bereich zahlen – Transparenz oder eine gemeinnützige Struktur, was das privatwirtschaftlich betriebene Museum aber bislang abgelehnt habe. Cells, so Schruoffeneger weiter, wolle jedoch keine privaten Besitzer sponsern.

Eigentümer widerspricht dem Museums-Chef

Museums-Chef Bernhard Schütte hatte vor Kurzem gefordert, dass das Bezirksamt den Abschluss des Vertrags verschieben solle, bis es eine Einigung zwischen Cells und der „Story of Berlin“ gebe. Nach der Unterschrift unter dem städtebaulichen Vertrag werde der Eigentümer des Kudamm-Karrees, so Schütte, kein Interesse mehr am Verbleib des Museums dort haben.

Dem widersprach jedoch Norman Schaaf, Geschäftsführer der Cells Bauwelt: „Wir wollen ein Museum, es gehört zu unserem Projekt genauso wie das Theater.“ Es bestehe jedoch Uneinigkeit mit den Betreibern der „Story of Berlin“ darüber, wer die Investitionen für die nötige Neuausrichtung des Museums zu tragen habe. Voraussetzung für einen langfristigen Mietvertrag sei die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse des zukünftigen Vertragspartners. „Die Betreiber der ‚Story of Berlin‘ haben uns und dem Bezirksamt gegenüber zugesagt, Transparenz zu ihren wirtschaftlichen Verhältnissen herzustellen“, so Schaaf nach der Vertagung der Unterzeichnung.

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