Berlin

109 weiße Kreuze: Protest gegen fehlende Radspur

Weil sie Fahrradtote in ihrem Kiez nicht mehr hinnehmen wollen, haben rund 100 Menschen am Tempelhofer Damm gegen die Verkehrspolitik des Bezirksamts protestiert. Im Rahmen der Aktion, zu der das „Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ geladen hatte, kritisierten sie, dass die von Bezirk und Einwohner beschlossene geschützte Radspur immer noch nicht gebaut sei. Dafür legten sie 109 weiße Kreuze ab – in Gedenken an die 109 Radfahrer, die in den vergangenen zehn Jahren, seit dem Tod einer 14-Jährigen eben auf dem Tempelhofer Damm, im Straßenverkehr ums Leben kamen.

Gefordert wird ein Radweg, der durch eine bauliche Abtrennung wie etwa Poller vor dem Autoverkehr schützt. Der größte Vorwurf: Die Ausschreibung für die Radspur sei immer noch nicht auf den Weg gebracht. Einen Plan für die nächsten Projektsteuertermine habe man trotz mehrfacher Nachfrage nicht vom Projekt erfahren. Die beiden Radverkehrsplaner, die Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) eigentlich einstellen wollte, seien bis heute nicht gefunden. Und es komme noch schlimmer: Eine bisherige Radverkehrsplanerin müsse ihre Stelle aufgeben. „Die Bedingungen bleiben miserabel“, so das Netzwerk.