Modell SFP9 PB

Ab Juli lernen Berlins Polizisten mit neuen Waffen schießen

Die Berliner Polizei hat 24.000 neue Dienstpistolen und 300 Sturmgewehre angeschafft. Ab 2. Juli starten die Lehrgänge.

Ab Juli müssen Berlins Polizisten mit neuen Dienstpistolen schießen

Ab Juli müssen Berlins Polizisten mit neuen Dienstpistolen schießen

Foto: picture alliance / dpa

Berlin. Von Juli an soll die Berliner Polizei mit neuen Dienstwaffen ausgestattet werden. Geplant ist, dass die Lehrgänge ab dem 2. Juli stattfinden. Das geht aus einer Mitarbeiterinformation der Projektgruppe „Neue Dienstwaffen“ der Polizei hervor. Damit werden schrittweise neue Waffensysteme eingeführt, heißt es in dem internen Papier.

Neben der neuen Dienstpistole, dem Modell SFP9 PB der Firma Heckler und Koch, werden die Beamten auch mit neuen Sicherheits- und Pistolenholstern für das verdeckte Tragen der Dienstwaffe ausgestattet. Die Dienstkräfte des Landeskriminalamtes 6 – Operative Dienste, Spezialeinsatzkommando, Mobiles Einsatzkommando und Personenschutz – erhalten eine leichtere und kleinere Version der SFP9. Diese Version der Waffe werden in Zukunft auch die Beamten der Kriminalpolizei der sechs Berliner Direktionen tragen.

Neben der Anschaffung von ungefähr 24.0000 neuen Dienstpistolen werden die Einsatzeinheiten der Direktion Einsatz mit 300 Sturmgewehren, Modell MCX der Firma Sig Sauer, ausgerüstet. Ungefähr 1600 Dienstkräfte werden daran geschult. Ausgestattet werden die Sturmgewehre mit Tragegurt, optischer Zielhilfe und Zielbeleuchtung. Dieses Zubehör zur „Einsatzwertsteigerung“, wie es in der Mitarbeiterinformation heißt, wird auch für die vorhandenen Maschinenpistolen MP5 angeschafft.

Berliner Polizei testet Taser

In einer Demonstration hat die Berliner Polizei den Taser als neue Waffe vorgestellt. Zwei Dienststellen werden die Elektroschock-Waffe ab sofort im Streifeneinsatz testen. Mit der Elektropulswaffe wird der Getroffene 5 Sekunden handlungsunfähig.
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Für den sicheren Transport der MP5 müssen noch 354 Einsatzwagen der Abschnitte mit Halterungen für zwei Maschinenpistolen ausgerüstet werden. Für den Transport in den etwa 740 Zivilfahrzeugen werden abschließbare Waffenkoffer beschafft. Laut Mitarbeiterinformation soll der Restbestand der alten Pistolen, der P6, bis auf eine geringe Stückzahl für die Polizeihistorische Sammlung, anderen Länderpolizeien zum Kauf angeboten werden.

„Wir freuen uns, dass die Hauptstadtpolizei nun in absehbarer Zeit auf eine moderne Dienstwaffe umsteigt und unsere Kollegen endlich ein zeitgemäßes Einsatzgerät an die Hand bekommen“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Es zeugt aber schon von Humor, dass wir in Berlin als nahezu letzte Landespolizei auf eine neue Dienstwaffe umstellen, zuvor noch den ausgelagerten Ramsch aus anderen Ländern kaufen und ernsthaft in Erwägung ziehen, dass uns noch jemand die alten Dinger abnimmt.“

Kriminalstatistik 2016: Berlin ist etwas sicherer geworden

568.860 Straftaten erfasste die Polizei 2016 in Berlin - 0,1% weniger als 2015. Diebstähle nahmen am stärksten zu. Taschendiebstahl-Hotspots waren unter anderem: Alexanderplatz, Hardenbergplatz und U-Kottbusser Tor.
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