Stadtentwicklung

So könnte das Quartier Heidestraße am Hauptbahnhof aussehen

Bis 2023 soll am Hauptbahnhof ein neues Stadtviertel zum Leben, Wohnen und Arbeiten entstehen. Eine Ausstellung zeigt die Entwürfe.

Berlin. Noch gleicht die Gegend einer Mondlandschaft – doch das soll sich bald ändern. Das Teilgebiet der Europacity östlich der Heidestraße, begrenzt von der Invalidenstraße im Süden, dem Nordhafen im Norden und der Heidestraße im Westen, soll bis zum Jahr 2023 zu einem Quartier werden, in dem sowohl gewohnt als auch gearbeitet wird. Das sehen zumindest die Pläne der Quartier Heidestraße GmbH für das gleichnamige Stadtviertel vor.

Wie die Architektur in dem neuen Stadtteil aussehen soll, darüber können sich Interessierte jetzt einen guten Überblick verschaffen: Erstmals werden alle Ergebnisse der Architekturwettbewerbe für das Quartier Heidestraße in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert. Zu sehen sind im historischen Kornversuchsspeicher auf dem ehemaligen Güterbahnhofs­gelände die Siegerentwürfe für die sechs Gebiete des neuen Stadtviertels sowie sämtliche Wettbewerbsarbeiten der teilnehmenden internationalen Architekturbüros. Der Baustart für den ersten, von Robertneun Architekten entworfenen Baublock, gut zu erkennen an seiner roten Fassade, ist bereits im Herbst vergangenen Jahre erfolgt.

Im Westen des Areals wird parallel zu den Gleisen der Bahntrasse ein etwa 550 Meter langer Gewerberiegel entstehen, der vom Büro EM2N entworfen wurde. In den zehn zusammenhängenden und verschieden gestalteten Gebäuden, von denen fünf als hohe Zwölfgeschosser Akzente in der horizontalen Struktur setzen, werden rund 105.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen sowie ein geringer Anteil Einzelhandel entstehen.

Zusätzlich werden entlang der Heidestraße mehrere Baublöcke errichtet, die einen Mix von gewerblichen Flächen an der Heidestraße mit Geschäften und Restaurants in den Erdgeschossen sowie Wohnungen im rückwärtigen Bereich vorsehen. Insgesamt entstehen in dem Stadtviertel 860 Mietwohnungen, von denen 215 als geförderte Wohnungen errichtet werden. Sieger der Wettbewerbe sind neben den bereits genannten Büros zudem CKRS Architekten, Collignon Architekten sowie gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner.

„Durch die Bestenauswahl konnte eine überdurchschnittliche Qualität im bundesweiten Vergleich erzielt werden“, lobte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bei der Ausstellungseröffnung. Ein Jahr lang sei über Erdgeschossnutzungen, lebendige öffentliche Räume, zukunftsweisende Arbeitshypothesen, moderne Wohnkonzepte, gute und dauerhafte Arbeitskultur sowie identitätsstiftenden Städtebau diskutiert und um Meinungen und Entscheidungen gerungen worden. „Lebendige Stadt entsteht durch eine lebendige Diskussionskultur“, so die Senatsbaudirektorin weiter. Die Ausstellung dokumentiere die Vielfalt der zukünftigen Europacity.

Die Gewinner der Wettbewerbe

Auswahl: Für die sechs Gebiete des insgesamt 85.000 Quadratmeter großen Quartiers zwischen der Heidestraße und den Bahngleisen wurden innerhalb eines Jahres von der Quartier-Heidestraße-Gesellschaft jeweils eigenständige Architekturwettbewerbe veranstaltet, die in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirk Mitte sowie der Berliner Architektenkammer erfolgten.

Sieger: Sieger der Wettbewerbe für die insgesamt sechs eigenständigen Gebäudeensemble sind CKRS Architekten, Collignon Architekten, Robertneun Architekten sowie gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Die beiden letztgenannten Büros errichten jeweils zwei der sechs Baublöcke. Insgesamt hatten 52 Planungsteams Entwürfe erarbeitet, aus denen die 33 Jurymitglieder für jedes Gebiet einen Siegerentwurf auswählen konnten.

Die Ausstellung: mit den Siegerentwürfen ist noch bis Sonntag, den 18. März, im historischen Kornversuchsspeicher zu sehen. Das markante sechsgeschossige Lagerhaus aus rotem Backstein aus dem Jahr 1898 ist einer der ganz wenigen Altbauten auf dem ehemaligen Gelände des Hamburger und Lehrter Güterbahnhofs.

Ort: Heidestraße 20c, 10557 Berlin. Zeit: Bis Sonntag, 18. März, geöffnet täglich 13 bis 18 Uhr.

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