BVG

Technische Probleme: Einer von vier Elektrobussen fällt aus

Auf der Linie 204 vom Südkreuz zum Zoo ist einer von vier Elektrobussen nicht verfügbar. Die BVG will dennoch weitere anschaffen.

Auf der Linie 204 der BVG sind viele Busse nicht einsatzfähig

Auf der Linie 204 der BVG sind viele Busse nicht einsatzfähig

Foto: imago

Berlin. Die Elektrobusse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) kämpfen weiter mit technischen Schwierigkeiten. Die Verfügbarkeit der vier Fahrzeuge, die seit rund zweieinhalb Jahren auf der Linie 204 zwischen Südkreuz und Zoologischer Garten unterwegs sind, liegt bei 75 Prozent. Das teilte Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Frank Scholtysek mit.

Die Hauptgründe für die Ausfallursachen lägen in der Steuerung sowie der Antriebs- und Ladetechnik. Das klingt so, als würden bei den Bussen des polnischen Herstellers Solaris eine Menge im Argen liegen, doch die BVG wiegelt ab. Seit Beginn des Einsatzes habe man bereits viele Schwierigkeiten lösen können. So gebe es mittlerweile fast nur noch Probleme mit der Ladevorrichtung. Um Strom zu tanken, halten die Busse am Bahnhof Südkreuz über einem Induktionsfeld, die Ladung erfolgt kontaktlos. Sind die Ladeflächen aber verschmutzt, im Herbst zum Beispiel durch Blätter, versagt die Technik.

BVG will 30 weitere Elektrobusse kaufen

„Eine Überlegung ist, Bürsten am Unterboden der Busse zu installieren, die die Fläche reinigen können“, so BVG-Sprecherin Petra Reetz. Dazu seien die Fahrzeuge, anders als ihre Pendants mit Dieselantrieb, ununterbrochen im Einsatz, was die Anfälligkeit erhöhe. Darüber hinaus hätten die E-Busse Defekte wie jeder andere Bus auch, etwa Türschäden. Die BVG zeigt sich insgesamt zufrieden. Die Fahrzeuge hätten bewiesen, dass der Einsatz von Elektrobussen im Linienverkehr möglich sei, so Reetz.

2018 will das Landesunternehmen 30 weitere elektrische Eindecker anschaffen, ferner ist der Kauf von 15 Gelenkbussen geplant. Doch die Vergabe gestaltet sich offenbar schwierig. Zuletzt wurde bekannt, dass erst drei Firmen ein Angebot abgegeben haben – mindestens zehn hatte man erwartet. Tatsächlich ist die Zahl der Firmen, die E-Busse in Serie sowie die dazugehörige Ladetechnik produzieren, überschaubar. So ist auch fraglich, ob die BVG den Wunsch des Senats erfüllen kann, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse zu kaufen.

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