Namensrechte

Marke "Air Berlin" könnte Millionen einbringen

Der Insolvenzverwalter sucht Käufer für Namen und Internetadressen von Air Berlin.

Schokoladenherzen von „Air Berlin“

Schokoladenherzen von „Air Berlin“

Foto: Antonia Hofmann / dpa

Insolvenzverwalter Lucas Flöther sucht Käufer für die Markenrechte und Internetadressen des Air-Berlin-Konzerns. Investoren könnten Angebote für rund 180 von Air Berlin geschützte Begriffe und Wortmarken abgeben. Außerdem stünden gut 1000 Internet-Domains zum Verkauf, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag.

Die Unternehmensberatung Roland Berger habe zu gut 25 möglichen Investoren Kontakt aufgenommen. Der Verkaufsprozess könnte bereits in den nächsten zwei Wochen abgeschlossen sein, erfuhr die Berliner Morgenpost. Neben der Marke "Air Berlin" stehen auch die Rechte an der Marken "LTU" und "Niki" zum Verkauf. Als Niki Lauda Mitte Januar den Zuschlag für den Kauf der Air-Berlin-Tochter erhielt, hatte er den Markennamen nicht miterworben. Das könnte er nun nachholen.

Aus Verhandlungskreisen hieß es, der Verkauf von Schutzrechten sowie von Internetadressen wie we-fly-europe.com, mallorca-shuttle.com oder city-shuttle.com könnte einen einstelligen Millionenbetrag in die Insolvenzmasse spülen.

Name weckt bei Verbrauchern positive Emotionen

Luftfahrtexperten halten den Namen der einst zweitgrößten Airline in Deutschland nach wie vor für wertvoll. "Die Marke Air Berlin wird nicht nur mit Urlaubs- und Freizeitgestaltung verbunden, sondern auch mit Sicherheit und fairen Preisen", sagte der Flugmarkt-Kenner Cord Schellenberg. Trotz der Insolvenz wecke der Name "Air Berlin" bei vielen Verbrauchern positive Emotionen, so der Experten. Investoren könnten die Marke erneut zum Leben erwecken – oder für immer in der Schublade verschwinden lassen. Air Berlin habe stets als Konkurrent von Lufthansa gegolten.

"Die Kranich-Airline könnte sich mit dem Kauf der Markenrechte dauerhaft eines Konkurrenten entledigen", sagte Schellenberg. Air Berlin hatte im August 2017 Insolvenz angemeldet. Sie hatte nach mehreren Übernahmen – darunter die Fluggesellschaft LTU – über Jahre Verluste eingeflogen. Flugzeuge sowie Start- und Landerechte der Air Berlin sicherten sich unter anderem die Lufthansa, Easyjet und Niki Lauda.

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