Gartenmesse

Blütenträume und Staudenduft – mitten im Berliner Winter

Auf der Gartenmesse am Gleisdreieck präsentieren mehr als 100 Aussteller Ideen zum Wohnen und Wohlfühlen im Grünen.

Ein Pflanzenmeer auf der Gartenmesse am Gleisdreieck

Ein Pflanzenmeer auf der Gartenmesse am Gleisdreieck

Foto: Reto Klar

Gärtnern wird immer einfacher. Mit einer neuen App etwa, die auf Wetterdaten der regionalen Wetterstationen zugreift und die Beete oder den Rasen nur dann bewässert, wenn es wirklich nötig ist. Auch Springbrunnen können über eine solche App gesteuert werden. Jörg Schlichtiger von der Spandauer Firma „raindrop Garden“ bietet die Bewässerung mit WiFi-Steuerung an. Wer mehr darüber wissen will, kann ihn an seinem Stand auf der Gartenmesse „Gartenträume Berlin“ besuchen und sich zeigen lassen, wie die App funktioniert.

Möbel, die extra für kleine Balkons konstruiert sind

Die Gartenmesse findet noch bis einschließlich Sonntag in der Station-Berlin am Gleisdreieck, Luckenwalder Straße, statt. Mehr als 100 regionale Garten- und Landschaftsbauer zeigen dort alles, was Gärtner aber auch Terrassen- und Balkonbesitzer brauchen – Ideen für die Gestaltung der Beete, Gartentechnik, Möbel für draußen, Dekorationen. Ein großes Thema ist auch das Anlegen von Wegen, Begrenzungen und Sitzplätzen im Garten. Außerdem gibt es Blumenzwiebeln und Pflanzen zu kaufen. Darunter etliche Neuheiten wie etwa zwei Fuchsien mit den Namen „Marlene Dietrich“ und „Hildegard Knef“. Frank Süpplie aus Arnheim (Niederlande) bietet sie an seinem Stand an.

Die Fuchsie „Marlene Dietrich“ sei winterfest, werde 80 Zentimeter hoch und blühe rosa, sagt er. „Die Hildegard Knef ist dagegen eine Ampelpflanze und hat auffallend große rote Blüten.“ Winterfest sei diese Sorte nicht. Jede Pflanze koste vier Euro. Drei Stück seien für zehn Euro zu haben, so Süpplie.

Gartenmöbel für Berliner Balkons

Interessant für viele Berliner ist auch der Stand der Firma „Room&Garden“ mit Sitz Am Tempelhofer Berg 8 in Tempelhof. Firmeninhaber Christian Hautsch verkauft Gartenmöbel. Einige davon sind extra für Berliner Balkons konstruiert, wie er sagt. Dazu gehört eine schmale Bank aus Teakholz, leicht und einfach zusammenklappbar. Neu ist eine Garten-Lounge für den Balkon, bestehend aus zwei gemütlichen Sesseln und einem kleinen Tisch. Mit wenigen Handgriffen können daraus aber auch ein Dreisitzer oder eine Liege werden. „Diese Lounge kostet 1200 Euro und ist besonders für kleine Balkons geeignet“, sagt Christian Hautsch.

Im Trend liegt auch der Grilltisch von Carsten Sens aus Zerbst bei Magdeburg. Der Schlosser hat ihn sich ausgedacht und baut ihn nun auf Bestellung. „Garten- und Balkonbesitzer haben mir immer wieder erzählt, dass sie wegen des Qualms nicht so viel grillen dürfen wie sie das gern machen würden. Ich habe dann diesen Tisch konstruiert“, sagt Carsten Sens. Sein Grilltisch ist rund (Durchmesser 1,50 Meter), aus gebeizter Erle und bietet Platz für acht Personen. In der Mitte befindet sich die Grillfläche (Durchmesser 50 Zentimeter) – eine Platte, die elektrisch beheizt wird. An jedem Sitzplatz gibt es darüber hinaus eine Handyladestation und ein Radio. „Die Leute können problemlos grillen, essen und Musik hören“, sagt Sens. Seine Grilltische kosten 5000 Euro und mehr, je nach Größe und Komfort.

Im Garten wird es wieder romantischer

Besucher der Gartenmesse müssen aber nicht unbedingt etwas kaufen, sie können sich von den vielen Experten vor Ort auch einfach nur beraten lassen oder durch die Schaugärten spazieren, in denen es bereits heftig nach Frühling duftet. Ein Muss ist der Stand von GrünConzept. Geschäftsführer Sven Wachtmann, der auch zum Landesverband Berliner Gartenfreunde gehört, kann viel über Trends in Sachen Garten erzählen.

Hochbeete gehören dazu, leicht zu erntendes Spalierobst, Kübelpflanzen und einjährige Sommerblumenmischungen. Allen, die viel Buchsbaum im Garten haben, rät Wachtmann, unbedingt ein Mittel gegen den Buchsbaumzünsler (Raupen, die die Pflanze befallen und durch Kahlfraß zerstören) bereitzuhalten. „Dieser Schädling ist nun auch in Berlin und Brandenburg angekommen und wird sich in diesem Jahr stark ausbreiten“, sagt er. Im April und Mai sowie im Juli und August sollte der Buchs unbedingt dagegen gespritzt werden. Wachtmann empfiehlt ein biologisches Schädlingsmittel.

Zu den Experten, die den Besuchern Tipps und Trends verraten, gehört Landschaftsplanerin Michaele Wegerhoff vom Gartenplanungsbüro Ulrich Schultze in Großbeeren. Sie sagt, dass es in diesem Jahr im Garten wieder romantischer wird. „Im Trend liegen runde Formen, die Wege dürfen verschlungen sein, Sitzecken versteckt, als Material für Wege, Beeteinfassungen oder Terrassen dominieren Holz und Naturstein.“ Dazu würden Stauden passen, die von April bis Oktober blühen, Kräuter, Obstgehölze und verschiedene Gräser.