Berlin

FDP-Abgeordneter beschäftigt Lobbyist im Bundestag

Der Berliner FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Meyer soll einen Lobbyisten als Berater in seinem Bundestagsbüro beschäftigen. Laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ geht aus einer internen Telefonliste des Bundestags hervor, dass der Medizin-Lobbyist Lars Lindemann als Mitarbeiter Meyers regis­triert ist, der 2017 in den Bundestag gewählt wurde. Lindemann besitze auch einen Hausausweis für den Bundestag. Lindemann ist seit 2013 Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes der Fachärzte Deutschlands (SpiFa).

Meyer, der im Wahlkampf für sich selbst als „Tegel-Retter“ warb, bestätigte der „Bild am Sonntag“ einen Arbeitsvertrag mit dem Lobbyisten. Es handele sich um eine geringfügige Beschäftigung, weniger als zehn Stunden pro Woche. Die Höhe des Gehalts nannte er nicht. Er selbst habe mit Gesundheitspolitik nichts zu tun, sagte Meyer der Zeitung. Meyer (42) und Lindemann (46) sind Parteifreunde. Lindemann ist Landesschatzmeister der Berliner FDP, saß bis 2013 selbst im Bundestag. Er geriet 2013 in die Kritik, als er den Posten des Hauptgeschäftsführers des SpiFa annahm. Die Jungen Liberalen kritisierten, dass Lindemann dies erst eine Woche nach seiner Wahl auf Listenplatz 2 für die Bundestagswahl bekannt gab. Sie sahen darin einen Interessenskonflikt mit Lindemanns Mitgliedschaft im Gesundheitsausschuss des Bundestags.

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