Berlin

Mehr Ökologie wagen

Zehntausende gehenfür eine Agrarwende in Berlin auf die Straße

Bei einer Demonstration in Mitte sind am Sonnabend Tausende Bauern und Umweltaktivisten unter dem Motto „Wir haben es satt!“ auf die Straße gegangen. Mit Kochtöpfen und Dutzenden Traktoren aus ganz Deutschland protestierten sie zum Auftakt der Grünen Woche gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft und für mehr Chancen regionaler Betriebe.

„Es gibt gute Gründe, die Dinge zu verändern: Artensterben, Grundwasserverschmutzung und Billigexporte nach Afrika“, sagte Anton Hofreiter, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, zum Start der Demonstration. Mit dem Protest fordern die Bauern einen Wandel hin zur ökologischen Landwirtschaft ohne Glyphosat, Insektensterben, Exportorientierung und Höfesterben.

„Kleine Bauernhöfe dürfen nicht aussterben und Großkonzerne nicht entscheiden, was wir essen“, sagt Marie-Sophie Meyer (30). Die angehende Landwirtin eines wendländischen Betriebs ist mit ihrem Traktor angereist. Ähnlich sieht es Jakob Walch. „Man muss kleinere Strukturen in der Landwirtschaft schaffen“, so der 20-Jährige. Der 64-jährige Alexander von Allmen bemängelt das Tempo der Bundesregierung. „Das sollte alles flotter gehen.“ Das Netzwerk „Wir haben es satt“ wird von rund 50 Organisationen unterstützt, darunter dem BUND.

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