Protest in Berlin

Siemens-Mitarbeiter protestieren erneut gegen Stellenabbau

Der Industriekonzern Siemens plant, im traditionsreichen Dynamowerk 570 Arbeitsplätze in der Produktion zu streichen.

Eine übergroße Figur von Siemens-Chef Joe Kaeser an einer Presse bei einer Kundgebung von Siemens-Beschäftigten am Dynamowerk in Berlin

Eine übergroße Figur von Siemens-Chef Joe Kaeser an einer Presse bei einer Kundgebung von Siemens-Beschäftigten am Dynamowerk in Berlin

Foto: Paul Zinken / dpa

Etwa 300 Beschäftigte des Siemens-Dynamowerks in Spandau haben am Mittwochnachmittag gegen geplante Stellenstreichungen protestiert. Der Berliner Chef der Gewerkschaft IG Metall, Klaus Abel, wertete die Beteiligung als kämpferisches Zeichen. „Wir wollten zeigen, dass wir uns nicht von einem Herrn Kaeser die Arbeitsplätze und damit die Existenzgrundlage unserer Familien wegnehmen lassen“, sagte Abel der Berliner Morgenpost.

Der Industriekonzern Siemens mit seinem Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser plant, im traditionsreichen Dynamowerk 570 Arbeitsplätze in der Produktion zu streichen. 300 weitere Stellen sollen zudem im Gasturbinenwerk in Moabit wegfallen. Als Grund hatte Siemens zurückgehende Aufträge im Kraftwerksgeschäft genannt.

Über den Jobabbau sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen, betonte Abel. Die Hoffnung der Beschäftigten nährt vor allem der Besuch von Siemens-Boss Kaeser am Dienstag im Werk in Görlitz (Sachsen). Dort hatte der Konzernchef die gesellschaftliche Verantwortung seines Unternehmens betont. „Im neuen Jahr wird sich zeigen, ob seine Aussagen nur eine Beruhigungspille vor Weihnachten gewesen ist oder ob etwas Substanzielles dahinter steckt“, sagte der Gewerkschafter.

Bei der Kundgebung am Mittwoch galt die Solidarität der Teilnehmer neben Siemens auch dem Leuchten-Werk Ledvance. Dessen chinesischer Investor MLS plant, die Fabrik in Spandau zu schließen und 220 Beschäftigte auf die Straße zu setzen. Gespräche mit dem asiatischen Eigentümer über mögliche Alternativen sollen im Januar weitergeführt werden. „Im neuen Jahr werden wir uns mit neuer Kraft den Plänen des Siemens und Ledvance Managements in den Weg stellen“, kündigte Abel an.

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