Geben, was gebraucht wird

Wie Sie Obdachlosen in Berlin helfen können

Draußen ist es kalt. Viele Menschen müssen dennoch auf der Straße schlafen. Diese Initiativen helfen Wohnungslosen.

Obdachlose haben unter einer Brücke ein Nachtlager errichtet

Obdachlose haben unter einer Brücke ein Nachtlager errichtet

Foto: dpa Picture-Alliance / Paul Zinken / picture alliance / dpa

Wer wenig Geld und kein Zuhause hat, für den ist der Winter eine unwirtliche Jahreszeit. Woher warme Kleidung, Essen und ein Dach über dem Kopf nehmen? Institutionen, Initiativen und Vereine helfen Obdachlosen, die kalte Jahreszeit zu überstehen. Man kann sie mit Geld unterstützen, aber auch durch Sachspenden und ehrenamtlichen Einsatz. Eine Auswahl.

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Reinickendorf

Die Caritas Berlin gibt gespendete und gereinigte Kleidung an Bedürftige weiter. Gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche und Handtücher kann man in der Kleiderkammer an der Residenzstraße 90 in Reinickendorf abgeben. Spielzeug und Kleidung für Kinder nimmt die Caritas an der Pfalzburger Straße 18 in Wilmersdorf entgegen. Öffnungszeiten unter www.caritas-berlin.de (Tel. 030-6 6 63 30).

„Komm&Sieh Tegel“ heißt der Laden der Gemeinde Tegel der Berliner Stadtmission an der Namslaustraße 83. Dort freut man sich über gut erhaltene Kleidung, Babyausstattung, Accessoires und kleine Haushaltsgegenstände. Je nach Zustand werden die Spenden im Laden verkauft, an Obdachlose verteilt oder umgearbeitet und zugunsten sozialer Projekte verkauft.

Spandau

Seit 20 Jahren gibt es „Herz&Hand“, die Lebensmittelausgabe der Adventgemeinde Berlin-Spandau, Tiefwerder Weg 5–7. Gegen einen kleinen Betrag bekommen Bedürftige ein Lebensmittelpaket mit Backwaren, Obst, Gemüse, außerdem eine Tasse Kaffee oder Tee. Gesucht werden Freiwillige, die beim Verteilen helfen oder als Kraftfahrer die Gemeinde unterstützen (www.adventgemeinde-spandau.de, 0160- 94 81 97 40).

Charlottenburg-Wilmersdorf

Die Bahnhofsmission Zoologischer Garten an der Jebenstraße 5 versorgt Obdachlose mit Kleidung und Essen. Gebraucht werden Margarine, Würfelzucker, H-Milch, Kaffee und Käse. Derzeit würden dort keine Kleiderspenden angenommen, so eine Mitarbeiterin (Tel. 030 313 80 88).

Mitte

Die Freiwilligen im Verein Berliner Obdachlosenhilfe e. V., Buttmannstraße 1A, fahren wöchentlich zum Leopoldplatz, Alexanderplatz, Kottbusser Tor und Hansaplatz und verteilen Kleidung und Essen an Bedürftige. Die Bedarfsliste für Spenden und Öffnungszeiten sind auf der Homepage veröffentlicht. Derzeit werden warme Winterjacken (M bis XXL), Strümpfe in den Größen 37–48, Unterwäsche und Zelte gesucht. Wer mitmachen möchte, kann bei der Vorbereitung des Essens, beim Packen von Kleidung und Hygieneartikeln oder beim Austeilen helfen (www.berliner-obdachlosenhilfe.de, Tel. 030-51 30 48 96).

Die Berliner Stadtmission braucht für ihr Zentrum am Hauptbahnhof, Lehrter Straße 68, Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Zucker, Margarine, Reis, Nudeln, Marmelade und Milch. Auch Kleidung wird benötigt, etwa Unterwäsche, Socken, Handschuhe, Mützen, Schals, Winterschuhe, warme Oberbekleidung, Hosen, Schlafsäcke, Isomatten, außerdem Wolldecken, Shampoo, Duschgel und Einwegrasierer. Die Spenden können im Zentrum abgegeben werden (www.berliner-stadtmission.de, 030-690 33-510)

Das Gesundheitszentrum für Obdachlose der Jenny-de-la-Torre-Stiftung, Pflugstraße 12, nimmt als Sachspenden saubere Kleidung, Schuhe, Schlaf- und Rucksäcke, Isomatten, Decken (keine Daunen) sowie gereinigte Handtücher, Bettwäsche und Spannbettlaken entgegen. Außerdem kann man Hygieneartikel wie Einmalrasierer, Rasierschaum, Duschgel, Shampoo, Aftershave, Zahnpasta und Zahnbürsten spenden. Besonders gefragt sind Sportschuhe für Männer in den Größen 42 und 43. Gebraucht werden auch Geschirr, Metallbesteck, Alu- und Haushaltsfolie, Geschirrhandtücher, Servietten, Zucker und Salz, Kaffee, Senf, Marmelade, Honig, Kartoffeln, Nudeln und Reis. Die Arztpraxis benötigt Medikamente in der Originalverpackung, die noch mindestens ein halbes Jahr haltbar sind (www.delatorre-stiftung.de, Tel. 030-28 88 45 980).

Der Verein Obdachlosenhilfe Die Brücke e. V., Elisabethkirchstraße 17, nimmt Sachspenden an und braucht ehrenamtliche Mitarbeiter. Wer helfen will, kann in der Geschäftsstelle anrufen oder eine Mail schicken (www.obdachlosenhilfe-die-bruecke.de, Tel. 030-44 03 97 00).

Der Berliner Tafel e. V., Beusselstraße 44 N–Q, beliefert soziale Einrichtungen mit Lebensmitteln. An den „Laib und Seele“-Ausgabestellen können Menschen, die wenig Geld haben, Lebensmittel bekommen. Die Tafel ist auf Spenden angewiesen. Das sind Lebensmittel, die zu viel geordert wurden oder die aussortiert worden sind, weil das Verfallsdatum bald erreicht ist. Auch Kisten für Gemüse, Papier für das Kochbuch, Teppichboden für das Büro, eine Alarmanlage für das Lager und Biotonnen für die Ausgabestellen kann der Verein gebrauchen. Gefragt sind auch ehrenamtliche Helfer (www.berliner-tafel.de, Tel. 030-78 27 4 14).

Steglitz-Zehlendorf

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in den Wintermonaten die Aktion „Warmes Essen“ in der evangelischen Pauluskirche Zehlendorf, Kirchstraße 6, für Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen. Sie können außerdem Winterbekleidung aus dem Kleiderkeller erhalten. Sach- und Kleiderspenden kann man während der Öffnungszeiten abgeben (www.dwstz.de, 030-77 10 9 72)

Tempelhof-Schöneberg

Die Christliche Hilfe an der Rubensstraße 87 gibt gespendete Lebensmittel, Kleidung und Schuhe an Bedürftige weiter. Wer größere Gegenstände wie Möbel kostenlos zur Verfügung stellen möchte, sollte zuvor anrufen (christlichehilfe.de, Tel. 030 7072 05 49).

Pankow

Die Suppenküche des Franziskanerkloster Pankow, Wollankstraße 19, ist ein stadtweit bekanntes Hilfsangebot. Die Gäste werden schon am Morgen mit heißen Getränken, Stullen oder mit frisch eingetroffenen Kuchenspenden versorgt. Kleiderkammer und Hygienestation öffnen an zwei Tagen in der Woche. Für alle Angebote werden Spenden gebraucht. Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel, Rasierer, Duschgel, Seife, Zahnpasta und Taschentücher sind willkommen (pankow.franziskaner.de, Tel. 030-488 39 60).

Friedrichshain-Kreuzberg

Der Obdach? e. V. in Friedrichshain betreibt ein Nachtcafé an der Samariterstraße 27. Die Gäste essen und übernachten dort. Sie können sich duschen und Wäsche waschen. Der Verein freut sich über Sachspenden wie Kissen, Bettdecken, Isomatten, Schuhe und tragbare Kleidung, insbesondere für Männer. Auch Lebensmittel sind willkommen. Gesucht werden auch freiwillige Helfer (www.obdach-ev.de, Tel. 030-313 22 76).

Marzahn-Hellersdorf

Der Verein Jahresringe e. V., Gesellschaft für Arbeit und Bildung, an der Bitterfelder Straße 15 sammelt Bekleidung, Wolle, Stoffe sowie Textilien jeglicher Art und gibt sie kostenlos an Bedürftige und an soziale Einrichtungen weiter (www.jahresringe-ev.de, Tel. 030-29 34 18 13).

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