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Wenn U2 mit der U-Bahn durch Berlin fährt

Die U-Bahn-Musiker gibt's nicht jeden Tag: Sänger Bono und Gitarrist The Edge von der Rockband U2 spielten am Mittwochmittag in der U2.

Berlin. Bereits im Sommer hatte die BVG anlässlich des U2-Konzerts im Olympiastadion einen witzigen Post über die Verwechslungsgefahr von der Band und der zum Konzertort führenden U-Bahnlinie abgesetzt. Am Dienstag nun luden die Verkehrsbetriebe und Universal Music zum geheimen U2-Fan-Event in dieser U-Bahnlinie, denn die irische Band hat ein neues Album herausgebracht.

Am Treffpunkt U-Bahnhof Olympiastadion stand auf Gleis 1 ein Sonderzug bereit, auf den Fahrzielanzeigern stand "Because we love U2". Unter den Fans, die ein Ticket für diese "U2 Experience" gewonnen haben, ist unter anderem Alexander aus Dresden, der mit seiner siebenjährigen Tochter Mila gekommen ist. "Iris" sei ihr Lieblingslied, sagt die Kleine, die heute spontan schulfrei bekommen hat, während ihr Vater eigentlich alle Lieder toll findet.

Bono und The Edge beantworten Fan-Fragen

Aber viel mehr, als dass nachher Sänger Bono und Gitarrist The Edge kommen, weiß niemand so richtig. In der Bahn klingen Songs des neuen Albums aus den Lautsprechern, es werden Fragen gesammelt, die die Fans an die beiden stellen möchten. Eine Frau würde gern wissen, ob Bono denn nach seinem Radunfall im Central Park noch Radfahren würde und ihr Tipps für eine Tour in New York geben könnte. Ein anderer hätte von The Edge gern gewusst, was er von Bonos Gitarrenspiel hält.

Wenn U2 mit der U-Bahn durch Berlin fährt

Die U-Bahn-Musiker gibt's nicht jeden Tag: Sänger Bono und Gitarrist The Edge von der Rockband U2 spielten am Mittwochmittag in der U2.
Wenn U2 mit der U-Bahn durch Berlin fährt

Die Veröffentlichung der Paradise Papers, laut denen auch Bono Steuern hinterzogen haben soll, kann am Image des Sängers keine Kratzer hinterlassen. Ein Fanclub verteilt Pins, sortiert Fotos, klemmt eine Fahne in die Scheibe und fachsimpelt über die einzelnen Alben. Dann geht es endlich los – aber nur wenige Meter bis ins Depot, dann rollt er Zug langsam wieder zurück in den Bahnhof, und endlich steigen die beiden Musiker zu, an ihrer Seite BVG-Chefin Sigrid Nikutta und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, die als Vorsitzende des Aufsichtsrats der Berliner Verkehrsbetriebe twitterte: "Schöner Termin heute: Pop in der U2 mit #U2".

Konzert an der Deutschen Oper

Geduldig beantworten Bono und The Edge Fragen zu Urlaubszielen, ihrer Lieblingsmusik und bei welcher Spielminute sie sich einordnen würden, wenn sie eine Fußballmannschaft wären – oft übertönt vom Quietschen der Bahn. Dabei machten beide Berlin eine Liebeserklärung, lobten die Stadt, in der sie 1991 ihr Album "Achtung, Baby" aufgenommen haben, als offen und freundlich.

An den meisten Bahnhöfen fährt die voll besetzte Bahn durch, manchmal gibt es einen kurzen Halt ohne Türöffnung, dafür mit staunenden Gesichtern am Bahnsteig. Die Fahrt geht bis Nollendorfplatz, wo eine Polizei-Doppelstreife Handyfotos schießt, dann wieder zurück bis Deutsche Oper. Dort umringen bereits zahlreiche weitere Fans zwei Mikros auf dem Bahnsteig: Bono und The Edge performen neben der neuen Single "Get Out Of Your Own Way" auch die beiden Klassiker "Sunday, Bloody Sunday" und "One".

Mila sitzt in dem Wald aus gereckten Handyarmen auf den Schultern ihres Vaters, filmt alles für ihn. Dann steigen U2 und ihr Promotross wieder in den noch bereitstehenden U2-Sonderzug, die Fans müssen jetzt draußen bleiben, sind aber überglücklich. Der Mann mit der Gitarrenfrage weiß nun, dass The Edge hofft, dass Bono öfter Gitarre spielt, obwohl dieser sich selbst für keinen guten Spieler hält und die Gitarre nicht ordentlich halten könnte. Und die Frau, die zwar ihre Frage zum Radfahren in New York nicht loswerden konnte, durfte immerhin ihr Lieblingslied hören.

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