Stadtentwicklung

CDU will Konzept für Bebauung von Berliner Supermärkten

In einem Plan will die CDU aufzeigen, wie innerstädtische Flächen für den dringend benötigten Wohnungsbau genutzt werden können.

Die CDU will Möglichkeiten ausloten, die Dächer von Supermärkten mit Wohnungen zu bebauen

Die CDU will Möglichkeiten ausloten, die Dächer von Supermärkten mit Wohnungen zu bebauen

Foto: imago stock&people / imago/blickwinkel

Berlin. Um die Überbauung von Supermärkten und den dazugehörigen Parkplätzen voranzubringen, will die Berliner CDU bis Ende kommenden Jahres einen eigenen Masterplan vorlegen. Dieser soll die Möglichkeiten aufzeigen, wie dieses innerstädtische Flächenpotenzial für den dringend benötigten Wohnungsbau genutzt werden kann, sagte Christian Gräff, baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Am Dienstag hatte die Partei Immobilienentwickler und Vertreter der Handelsunternehmen zu einem Fachgespräch eingeladen, um die größten Hemmnisse zu identifizieren.

Die Antwort der versammelten Experten fiel kurz und knapp aus: Das Hauptproblem sei die nicht mehr zeitgemäße Regelung, wonach Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche über 800 Qua­dratmetern als „großflächig“ gelten und nur in Kerngebieten oder ausgewiesenen Sondergebieten zulässig sind. Doch diese Größe eigne sich in der heutigen Zeit nicht mehr, weder für den Verkauf noch zum Überbauen.

„Es lohnt sich nicht, einen alten Supermarkt, dessen Statik nicht zur Überbauung geeignet ist, abzureißen, durch einen 800 Quadratmeter großen Neubau zu ersetzen und obendrauf Wohnungen zu bauen“, sagte Heino Schmidt von der Edeka-Miha Immobilien-Service GmbH. Das Problem: Die Handelsfläche sei durch das stark angewachsene Sortiment inzwischen viel zu klein, mindestens 1500, besser noch 2000 Quadratmeter brauche ein neuer Supermarkt. Bei dieser Größe könne man darüber reden, ob es sich lohne, den Laden abzureißen und während der Bauzeit für einen provisorischen Ersatz zu sorgen. „Dieses Entgegenkommen gibt es aber derzeit in den bezirklichen Bauämtern nicht“, stellte Schmidt klar. Rund 180 Edeka-Märkte gebe es in Berlin, von diesen seien knapp 20 Prozent im Besitz der Gruppe, die übrigen Immobilien angemietet.

Bei den Genehmigungen geht zu viel Zeit verloren

Auch bei den Shoppingcentern gebe es eine enorme Hürde für den Wohnungsbau, so Klaus-Martin Callhoff von der Deutschen Immobiliengruppe DI. „Viele Center haben zwar zu groß dimensionierte Parkhäuser“, sagte Callhoff. Aber um diese durch Wohngebäude zu ersetzen, bedürfe es eines neuen Bebauungsplans. Und dieser brauche in Berlin bis zu seiner Festsetzung oftmals vier bis fünf Jahre. Die anschließende Baugenehmigung dauere, je nach Bezirk, weitere ein bis zweieinhalb Jahre. „Das macht eine Investitionsplanung sehr schwierig“, so Callhoff. Die CDU will nun prüfen, wie sich solche Hemmnisse ausräumen lassen.