Berlin

570 neue Wohnungen am Campus Adlershof geplant

Die Hälfte soll mietpreisgebunden angeboten werden

Beim neuen Wohnquartier am Wissenschaftsstandort Adlershof in Treptow-Köpenick geht es voran: 570 Wohnungen will die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Howoge an der Hermann-Dorner-Allee/Karl-Ziegler-Straße errichten. Start soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 sein. Es werde mit einer Bauzeit bis zu zwei Jahren gerechnet, sagte Senatsbau­direktorin Regula Lüscher. Geplant ist auch eine Kita mit 54 Plätzen, es soll dort zudem eine drei- bis vierzügige Schule errichtet werden.

Der Senat hat am Dienstag den von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) eingebrachten Entwurf des Bebauungsplanes beschlossen. Er wird nun noch dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung vorgelegt. Damit kann das bereits bestehende Wohngebiet nahe dem Campus der Humboldt-Universität erweitert werden.

Lage erfordert einen besonderen Lärmschutz

„Die 570 Wohnungen werden ein weiterer Baustein für die insgesamt 5200 Wohnungen sein, die in den nächsten Jahren auf dem Campus in Adlershof geschaffen werden sollen“, sagte Baudirektorin Lüscher. Sie liegen zum Teil auf einem Gebiet, das bislang allein für Gewerbenutzung vorgesehen war. Vorgesehen ist dort eine Mischbebauung. Die Hälfte der Wohnungen soll mietpreisgebunden sein, also für eine Einstiegsmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. 120 Wohnungen entlang der Karl-Ziegler-Straße sind für studentisches Wohnen vorgesehen. Für die Neubauten muss ein kleiner Wald gerodet werden, einvernehmlich mit den Berliner Forsten werde es einen entsprechenden Ausgleich geben, hieß es.

Die direkte Nachbarschaft zum Gewerbegebiet sowie die Lage an der stark befahrenen Hermann-Dorner-Allee erfordern einen Städtebau, der die Lärmsituation berücksichtigt. „Das Ziel ist, trotz der Lärmbelastungen einen qualitätsvollen Wohnungsbau umzusetzen“, sagte die Senatsbaudirektorin. Bei einem Ideenwettbewerb setzte sich der Entwurf des Stadtplanungs- und Architekturbüros „roedig.schop architekten“ durch. Geplant sind Vier- bis Sechsgeschosser mit geschlossenen und offenen Hofräumen sowie ein markanter siebengeschossiger Solitär-Bau am nordöstlichen Rand des Stadtquartiers.

Die Howoge hat in der direkten Nachbarschaft bereits ein Wohnquartier entwickelt. In dem Plus-Energie-Projekt „Powerhouse“ sind 128 Wohnungen an der Newtonstraße und Wilhelm-Hoff-Straße entstanden. Derzeit errichtet die Gesellschaft in der Nähe auch drei Gebäude in Holzhybrid-Bauweise und mit 42 Wohnungen.