Eigentumswohnungen

Wo sich Kaufen mehr lohnt als Mieten

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André Pätzold
Wohnen in Großstädten wird immer teurer. In einigen Vierteln lohnt es, den Betrag für die Miete in die Abzahlung einer Eigentumswohnung zu stecken

Wohnen in Großstädten wird immer teurer. In einigen Vierteln lohnt es, den Betrag für die Miete in die Abzahlung einer Eigentumswohnung zu stecken

Foto: BM

Sollte man sein Geld lieber in die Abzahlung einer Eigentumswohnung stecken? Trotz hoher Preise lohnt es sich oft. Der Großstadtvergleich.

Wohnungen in deutschen Großstädten sind knapp. Nicht nur die Mieten sind kräftig gestiegen, sondern auch die Kaufpreise. Für eine durchschnittlich große Eigentumswohnung (92 Quadratmeter) müssen Käufer in Berlin im Mittel rund 308.000 Euro hinlegen. Damit schafft es die Hauptstadt bei den Kaufpreisen im Vergleich aller 79 deutschen Großstädte auf Platz zehn – deutlich weiter vorn als im Mietenvergleich. Da kommt die Hauptstadt auf Rang 22. Für dieses Ranking hat die Berliner Morgenpost die mittleren Preise der Kaufangebote und Angebotsmieten in den 1375 Postleitzahlbereichen aller 79 deutschen Großstädte ausgewertet. Wie bei den Mieten ist auch München bei den Kaufpreisen an der Spitze.

Den Kaufpreisvergleich in den Postleitzahlgebieten aller 79 deutschen Großstädte und Angaben zur Methodik finden Sie hier

In fast jedem dritten Viertel lohnt sich der Kauf

Doch nicht nur die Spanne zwischen den Großstädten ist groß, sondern auch die innerhalb des Berliner Stadtgebietes: Sie reicht von 154.928 Euro in Niederschöneweide bis hin zu 527.528 Euro in Mitte rund um die Friedrichstraße und Unter den Linden (10117 Berlin). Dies verdeutlicht auch die Kaufpreis-Skyline. Sie zeigt zudem, wo sich Kaufen statt Mieten lohnt (grün). Dort könnten Käufer eine Dreizimmerwohnung immerhin innerhalb von 25 Jahren abzahlen – mit der dort üblichen Kaltmiete. Trotz der stark gestiegenen Wohnungspreise gilt das für fast ein Drittel (56) aller 190 Postleitzahlbereiche Berlins, wie unsere vereinfachte Modellrechnung zeigt. In München dagegen, wo bis zu eine Million Euro verlangt werden, ist das nur in einem der 75 Postleitzahlbereiche möglich.

Dafür wird angenommen, dass mit dem Betrag für die aktuelle Angebotsmiete für 92 Quadratmeter (kalt) die Kreditrate einer Eigentumswohnung mit gleicher Größe bedient wird. Die Sollzinsen werden mit derzeit üblichen zwei Prozent angesetzt – bis alles theoretisch abbezahlt ist.

Auch die marktübliche Einstiegshürde Eigenkapital bleibt: Der Käufer muss nach dieser Berechnung 20 Prozent des Kaufpreises selbst aufbringen. Auch die Nebenkosten muss der Käufer aus eigenen Mitteln tragen. Mögliche Sondertilgungen sind nicht berücksichtigt. Mieterhöhungen spielen für den Vergleich ebenfalls keine Rolle, ebenso wenig wie Wertsteigerungen.

Ob sich Kaufen wirklich lohnt, kann natürlich nur individuell beantwortet werden. Eine eigene Immobilie gilt als eine der besten Formen der Altersvorsorge. So sollten Käufer noch vor Eintritt ins Rentenalter ihre Wohnung abbezahlt haben. In der Kaufpreis-Skyline der jeweiligen Stadt sind die Viertel nach der Dauer bis zur vollständigen Tilgung des Wohnungsdarlehens eingefärbt – grün für bis zu 25 Jahre Abzahlung, lila für mehr als 25 Jahre. Diese Jahresgrenze entspricht der mittleren Tilgungsdauer aller betrachteten Postleitzahlbereiche. Mit 25 Jahren hat zugleich noch ein Käufer mit Anfang 40 die Chance, schuldenfrei in Rente zu gehen.

Junge Käufer können sich mehr leisten

Wer sich bereits im Alter von 25 Jahren für Eigentum entscheidet und das nötige Eigenkapital aufbringen kann, hätte natürlich wesentlich mehr Zeit: Laut unserer Modellrechnung könnte er oder sie sich sogar eine Wohnung in der Berliner City West mit der Postleitzahl 10719 rund um Kudamm und Fasanenstraße oder in der Münchener Innenstadt, beispielsweise in 80339 nahe der Theresienwiese, leisten. Dort würde es etwa 42 Jahre dauern.

Kaufen statt Mieten? In diesen Vierteln lohnt es sich