Wohnen in Berlin

So machen Sie mehr aus Ihrer Wohnung

Eine Suche nach einer größeren Wohnung in Berlin ist schwierig. So schaffen Sie Platz und lassen kleine Räume größer wirken.

Eine  Altbauwohnung

Eine Altbauwohnung

Foto: allOver / picture alliance / blickwinkel/a

Immer mehr Berliner Familien scheitern bei der Suche nach einer größeren Wohnung. Sie sind gezwungen, deutlich länger als geplant in ihren doch eigentlich zu kleinen vier Wänden zu bleiben, weil es einfach nicht genügend bezahlbare Wohnungen gibt. Wir wollen deshalb an dieser Stelle Tipps dafür geben, was man tun kann, damit kleinere Wohnungen größer wirken und wie man mehr Platz schafft. Judith Schwarz, Innenarchitektin und Inhaberin des Innenarchitekturbüros „Room-Service Markenarchitektur“ mit Sitz in Pankow, hat verschiedene Ideen dazu. Ihr international tätiges Planungsbüro hat sich auf die Einrichtung von Hotels, Büros und Messen spezialisiert, richtet aber auch private Wohnungen und Häuser ein.

Bei der Auswahl einer Wohnung sollte man darauf achten, dass sie möglichst viele und möglichst hohe Fenster hat. Auf diese Weise bekommen die Räume viel Licht, was ein Gefühl von Weite und Platz schafft. Wichtig ist auch der Blick nach draußen.Weite Sicht ermöglicht es, die Außenflächen mit einzubeziehen, was die Räume ebenfalls größer wirken lässt.

Wer die Wahl hat, sollte eine Wohnung bevorzugen, deren Flurfläche nicht zu groß ist, damit möglichst wenig Platz zum Wohnen verloren geht. Auch Abstellräume sind nicht unbedingt erforderlich und nehmen nur Platz weg. Das meiste, was in solchen Kammern abgestellt wird, braucht man eigentlich nicht, es ist nur unnötiger Ballast und sollte besser verschenkt werden.

Optisch größer wirken Wohnungen auch, wenn man einige Türen aushängen kann. Liegen beispielsweise Wohnzimmer und Küche nebeneinander, kann man die Tür getrost in den Keller stellen. Mit Kindern hat man diesbezüglich allerdings keinen so großen Spielraum. Kinderzimmer oder Elternschlafzimmer sollten unbedingt mit einer Tür verschließbar sein.

Bei der Gestaltung einer kleinen Wohnung sollte man darauf achten, dass die Böden hell sind. Es kann helles Holz sein. Auch eine helle Auslegware wie Teppich oder Linoleum ist denkbar. Hell sollten auch die Wände sein. Das macht einen großzügigen Raumeindruck, wirkt weiter und offener. Also keine bunten Wände, sondern möglichst Cremefarben wählen, Weiß oder sehr helle Pastelltöne.

Kleine Wohnungen sollte man minimalistisch ausstatten, gradlinige und helle Möbel wählen. Wichtig sind auch geschlossene Flächen. Offene Regale sorgen hingegen für Unruhe und lassen den Raum voller wirken. Insgesamt gilt, je aufgeräumter die Räume sind, desto größer wirken sie. Also Hände weg von zu viel Dekomaterial.

Um möglichst viel Stauraum zu haben, den Familien dringend brauchen, sollte man versteckte Flächen nutzen. Eine gute Möglichkeit ist es, den Platz unter den Betten zu nutzen. Dort kann man Kisten mit Deckeln verstauen, in denen zum Beispiel Bettwäsche aufbewahrt wird. Hat die Wohnung hohe Räume, kann man auch Stauraum im Deckenbereich schaffen und Zwischenablagen einbauen. Die sollten aber unbedingt die gleiche Farbe haben wie die Wände und die Decken der Wohnung, damit sie nicht weiter auffallen.

Auch Spiegel kann man nutzen, um die Wohnung größer wirken zu lassen. Dabei empfiehlt es sich allerdings, nicht einzelne Spiegel irgendwo aufzuhängen, sondern Spiegel besser vollflächig zu nutzen. Das bietet sich vor allem im Bad an. Man kann die komplette Breite einer Wand mit Spiegeln belegen. Das lässt ein kleines Badezimmer größer wirken.

Von Dachwohnungen oder Maisonettewohnungen ist dringend abzuraten. Denn sowohl die Dachschrägen als auch die Treppe nach oben rauben viel Platz.

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