Air Berlin

Offener Brief: Mitarbeiter warnen vor Eurowings

Ein offener Brief der Eurowings-Mitarbeiter sorgt für Unruhe. Darin wird auf schlechte Arbeitsbedingungen hingewiesen.

Mitarbeiter von Air Berlin könnten nun zu Eurowings wechseln. Doch es gibt Skepsis

Mitarbeiter von Air Berlin könnten nun zu Eurowings wechseln. Doch es gibt Skepsis

Foto: Bernd Thissen / dpa

Berlin. Bei der Einstellung von Mitarbeitern der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch die Lufthansa-Tochter Eurowings sorgt ein offener Brief für Unruhe. In dem Schreiben, das auf dem Portal „austrianaviation.net“ veröffentlicht wurde und von „Kollegen der Eurowings Europe“ stammen soll, wird vor den Arbeitsbedingungen bei der Eurowings Europe gewarnt. Das Unternehmen mit Sitz in Wien, das eine weitere Basis in Palma de Mallorca hat und rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, will 1300 neue Stellen besetzen: 800 für Flugbegleiter, 400 für Piloten und 100 am Boden.

Da es bei der Eurowings Europe keinen Tarifvertrag und keinen Betriebsrat gebe, würden die „jeweils nach Landesrecht maximal schlechtest möglichen Konditionen“ etabliert, heißt es. In Palma etwa würden Mitarbeiter bei Krankheit kein Gehalt bekommen. In der Folge käme es zu Sicherheitsrisiken, da Piloten trotz Krankheit zur Arbeit erschienen. Laut der österreichischen Gewerkschaft Vida sind Teile des Briefes zutreffend.

Seit 15 Monaten verhandele man erfolglos über einen Tarifvertrag, auch gebe es bei Krankheit Gehaltsabzüge. Eurowings streitet die Vorwürfe ab. Der Brief enthalte „in weiten Teilen falsche Behauptungen“, heißt es in einem Statement. Man halte sich zu 100 Prozent an Recht und Gesetz des jeweiligen Landes, die Sicherheit habe oberste Priorität. Zu weiteren Behauptungen wolle man sich erst nach einer Prüfung äußern.

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Pilotengewerkschaft Cockpit fordert Anstellungen direkt bei Eurowings

Laut Eurowings sollen die neuen Mitarbeiter nicht in Wien oder Palma de Mallorca, sondern über die künftige neue Eurowings-Europe-Basis in München oder direkt bei Eurowings Deutschland angestellt werden. In beiden Fällen würde das deutsche Arbeitsrecht gelten. In dem offenen Brief wird jedoch davor gewarnt, da ein Wechsel zu einer anderen Station, etwa bei einer Beförderung, nie ausgeschlossen sei. Die Pilotengewerkschaft Cockpit sieht diese Gefahr ebenfalls und fordert, dass die ehemaligen Air-Berlin-Mitarbeiter bei Eurowings Deutschland angestellt werden.

Laut Eurowings wurde bereits 400 Ex-Mitarbeitern von Air Berlin zugesagt. Auf die 400 Piloten-Stellen soll es 300 Bewerber gegeben haben. Cockpit bezweifelt diese Zahlen. Jedoch wird mit mehr Bewerbern gerechnet, sollten die Gremien dem vorige Woche ausgehandelten „Tarifvertrag Wachstum“ zustimmen. Tritt dieser in Kraft, müssten etwa Flugkapitäne nicht mehr bis zu 40 Prozent Gehaltseinbußen hinnehmen.

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