City West

KaDeWe-Parkhaus wird für Neubau abgerissen

Der KaDeWe-Immobilien-Eigentümer Signa plant an der Passauer Straße eine fünfstöckige Tiefgarage, neue Einzelhandelsflächen und Büros.

So soll die Neubebauung (r.) gegenüber dem KaDeWe aussehen. Geplant sind drei Handels- und zehn Büroetagen über einer vierstöckigen Tiefgarage, außerdem ein Punkthochhaus mit elf Geschossen

So soll die Neubebauung (r.) gegenüber dem KaDeWe aussehen. Geplant sind drei Handels- und zehn Büroetagen über einer vierstöckigen Tiefgarage, außerdem ein Punkthochhaus mit elf Geschossen

Foto: Signa / BM

Berlin. Das Parkhaus des KaDeWe aus dem Jahr 1966 soll einschließlich der Brückenpassage, bislang Übergang zum Kaufhaus, abgerissen werden, um Platz für einen Neubau zu schaffen. In dem neuen Geschäftshaus auf dem Areal an der Passauer Straße 1–3 will der Immobilien-Eigentümer Signa das Parken künftig in einer fünfgeschossigen Tiefgarage ermöglichen. Über einen bestehenden Tunnel unter der Straße wird sie mit dem KaDeWe verbunden. Laut Signa sind rund 600 Stellplätze für Pkw geplant. Im Moment bietet das Parkhaus 616. Und für Fahrräder soll es im ersten Untergeschoss mindestens 99 Plätze geben.

In den oberirdischen Gebäudeteilen sind nach Auskunft des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg Einzelhandel und Büronutzung geplant. „Ein tolles Vorhaben. Wir gewinnen Aufenthaltsqualität, wenn das Parken in der Innenstadt unter die Erde kommt. Das Dach wird begrünt“, lobte Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) das Vorhaben auf Anfrage der Berliner Morgenpost.

Das Grundstück ist Bestandteil des KaDeWe, die geplanten neuen Nutzungen sollen das Kaufhaus ergänzen. Das Stadtplanungsamt des Bezirks hat bereits ein Verfahren auf den Weg gebracht, um das Grundstück aus dem existierenden Bebauungsplan herauszunehmen. Das ist nach Auskunft der Behörde notwendig, denn „nach dem geltenden Planungsrecht“ sei „der angestrebte Neubau nicht genehmigungsfähig“. Die Nutzungsart des neuen Geschäfts- und Parkhauses wäre zulässig, aber das Nutzungsmaß und die Bebauungstiefe wären nicht genehmigungsfähig. Das Baurecht wird deshalb mit einem nur auf dieses Vorhaben ausgerichteten Bebauungsplan geschaffen. Durch eine Vorabstimmung mit dem Stadtplanungsamt liegt laut Oltmann den Plänen ein „präzise umrissenes Projekt zugrunde, das vom Grundstückseigentümer zügig realisiert werden soll“. Wie Signa auf Anfrage der Berliner Morgenpost am Donnerstag mitteilte, werde mit einem Baubeginn im zweiten Quartal 2019 gerechnet.

Die beiden Sockel-Geschosse erstrecken sich über das gesamte Grundstück. Darauf entstehen zwei Gebäude, eines das den Blockrand entlang der Straße schließt und die Traufhöhe der historischen Nachbarbebauung aufnimmt. In unmittelbarer Nähe befinden sich nämlich auch Denkmäler. So ist das südlich angrenzende Wohn- und Geschäftshaus an der Passauer Straße 4 ein Baudenkmal. Westlich grenzt der denkmalgeschützte Femina-Palast/Haus Nürnberg (Hotel Ellington) an der Nürnberger Straße 50–56 an.

Punkthochhaus orientiert sich an der Höhe des KaDeWe

Einschließlich des ersten Obergeschosses sowie in der Hälfte eines Untergeschosses sind im Neubau Handelsflächen vorgesehen, Büronutzung in den Etagen darüber. Die Ladengeschäfte werden im Erdgeschoss von der Straße erschlossen. Die Zufahrt zur Tiefgarage und für die Warenanlieferung befinden sich auch dort.

Als zweites Gebäude ist ein „Punkthochhaus“ mit elf Geschossen geplant, auf dem Dach des Büroturms wird es einen Garten geben. „Die Höhe orientiert sich dort an der Gebäudehöhe des historischen KaDeWe. Sie ist so bemessen, dass der Betrachter das Punkthaus von der Tauentzienstraße gerade noch wahrnehmen kann“, so Oltmann.

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