Berlin

Razzia in Neukölln gegen Terror-Unterstützer

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Julius Betschka

Schwerbewaffnete und maskierte Polizisten einer Spezialeinheit der Berliner Polizei haben am Donnerstag ein Internet-Café in Neukölln durchsucht. Grund ist der Verdacht gegen einen 43 Jahre alten Syrer, eine islamistische Terrororganisation in seinem Heimatland unterstützt zu haben.

Die Polizisten und Vertreter der Staatsanwaltschaft durchsuchten am Donnerstagmorgen ein Handy- und Internetgeschäft in der Sonnenallee in der Nähe des Hermannplatzes und beschlagnahmten Beweise. Währenddessen postierten sich bewaffnete Einheiten vor dem Laden. Ein Sprecher der Berliner Polizei teilte mit, zu dem Einsatz kein Auskünfte geben zu können, da man lediglich zur Unterstützung aktiv geworden sei.

Die Berliner Polizei war erst durch Hinweise der bayerischen Kollegen zum Einsatz gekommen. Nach Auskunft von Georg Freutsmiedl, Leiter der zentralen Abteilung zur Verfolgung terroristischer Straftaten der Generalstaatsanwaltschaft München, steht der 43 Jahre alte Syrer im Verdacht, eine terroristische Vereinigung logistisch unterstützt zu haben. Konkret soll es sich um eine Tat aus dem Jahr 2014 handeln. Der Mann soll ein Auto, das für eine islamistische Terrororganisation bestimmt gewesen sein soll, nach Syrien gefahren haben. „Es besteht aber kein Verdacht auf einen geplanten Anschlag“, sagte Freutsmiedl. Die Bedrohungslage habe sich durch die Razzia in Neukölln nicht geändert. „Wir haben die Durchsuchung angeordnet, um unsere bisherigen Erkenntnisse zu überprüfen“, erklärte er. Der Syrer sei bereits seit einiger Zeit in Deutschland und nicht erst vor Kurzem eingereist. Ob er aktuell einen Flüchtlingsstatus habe, könne er nicht sagen.

Bereits Mitte September wurden in Berlin zwei Iraker, Abbas R. (19) und Raad Riyadh A. A. (41), von Beamten des Landeskriminalamts (LKA) verhaftet. Sie sollen als Mitglieder des „Islamischen Staats“ Kriegsverbrechen begangen haben. Raad Riyadh A. A. sei im Juli 2015 nach Deutschland eingereist und habe versucht Männer für den „IS“ anzuwerben. Einen weiteren soll er versucht haben zu einem Selbstmordattentat zu überreden.