Morgenpost vor Ort

Verkehr in Berlin – Wohin steuert der Senat?

Ein prominent besetztes Podium diskutiert am 11. Oktober im Zoo Palast über die Verkehrspolitik von Rot-Rot-Grün. Seien Sie dabei!

Rad- und Autofahrer geraten in Berlin immer häufiger in Konflikt miteinander

Rad- und Autofahrer geraten in Berlin immer häufiger in Konflikt miteinander

Foto: pa

Der Verkehr ist eines der großen Reizthemen in Berlin. Jeder ist betroffen. Radfahrer beklagen, sie hätten viel zu wenig Platz im Straßenraum. Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel ärgern sich über Zugausfälle, verspätete Busse oder die schlechte Anbindung ihres Wohnviertels. Autofahrer stehen genervt im Stau und finden kaum noch Parkplätze. Unternehmen warnen davor, dass der Wirtschaftsverkehr nicht mehr rollt, das gefährde das Wachstum der Stadt. Und täglich erleben die Berliner eine zunehmende Aggressivität auf den Straßen im Verteilungskampf zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern.

Der rot-rot-grüne Senat ist angetreten, eine Verkehrswende einzuleiten und ein Gesamtkonzept zu entwickeln, um die gesamte Mobilität in der Stadt auf eine neue Grundlage zu stellen und zukunftsfähig zu machen. Doch der Landesregierung schlägt von vielen Seiten mindestens Skepsis, vielfach offene Ablehnung entgegen. Grund genug also, sich mit der Verkehrspolitik von Rot-Rot-Grün in einem öffentlichen Forum intensiv zu beschäftigen. Die Berliner Morgenpost bietet ihren Lesern die Möglichkeit, sich am kommenden Mittwoch, 11. Oktober, aus erster Hand über die Pläne des Senats und die Kritik daran zu informieren und mit unseren Experten darüber zu diskutieren.

Unser nächstes Leserforum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „Verkehr in Berlin: Wohin steuert der Senat?“. Es beginnt um 19 Uhr im Kinokomplex Zoo Palast an der Hardenbergstraße (Charlottenburg). Das Podium ist wieder hochkarätig besetzt. Es diskutieren: Berlins Senatorin für Verkehr und Umwelt, Regine Günther (parteilos, für Grüne); der CDU-Fraktionschef und Oppositionsführer im Abgeordnetenhaus, Florian Graf; der stellvertretende Berliner Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Evan Vosberg; der Geschäftsführer der Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Sven Weickert, sowie der Verkehrsexperte der Berliner Morgenpost, Thomas Fülling. Moderator der Veranstaltung ist Hajo Schumacher, Publizist und Kolumnist der Morgenpost.

Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich

Nach der etwa 70 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Teilnehmer im Publikum Fragen stellen und mitdebattieren. Die Teilnahme an unserem Leserforum ist wie immer kostenlos. Sie müssen sich allerdings zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, lesen Sie im Infotext unten.

Der Senat plant massive Veränderungen auf Berlins Straßen: mehr Radverkehr, mehr öffentlichen Nahverkehr, weniger Autos. Im August stellte Verkehrssenatorin Günther den Entwurf für ein Mobilitätsgesetz vor, das zumindest in Teilen noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll. „Wir sind sicher, dass das Gesetz das Verkehrssystem insgesamt verbessern wird“, sagte Günther damals. Vorgesehen sind unter anderem neue Tram-Strecken, Radwege an allen Hauptstraßen, 100 Kilometer Radschnellwege und 100.000 neue Abstellplätze für Fahrräder. Der Anteil des Radverkehrs in der Innenstadt soll bis 2025 von aktuell 15 Prozent auf mindestens 30 Prozent steigen. Im Gegenzug werden auf vielen Straßen allerdings Fahrspuren oder Parkplätze wegfallen müssen.

Die CDU setzt sich für einen „fairen Verkehrsmix“ ein. Sie wirft dem Senat Klientelpolitik und einen „Kulturkampf gegen Autofahrer“ vor. Zur lebendigen Stadt gehöre auch der Autoverkehr, deshalb fordert die CDU einen qualitativen und quantitativen Ausbau des Straßennetzes, „um die individuelle Mobilität und die wirtschaftliche Zukunft der Stadt nicht aufs Spiel zu setzen“. Aber auch das Bahn- und Busnetz müsse ausgebaut werden. Den Fahrradverkehr will zwar auch die Union fördern, daraus dürften aber keine Nachteile für andere Verkehrsteilnehmer entstehen. Deshalb schlägt sie vor, den Radverkehr vor allem in Nebenstraßen zu verlegen.

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg indes kritisieren, die Interessen der Wirtschaft würden im neuen Mobilitätsgesetz nicht berücksichtigt – Betriebe fürchten angesichts der geplanten Verkehrswende um ihre Leistungsfähigkeit. Viel Stoff also für einen informationsreichen und spannenden Abend im Zoo Palast.

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Ort und Zeit: Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Verkehr in Berlin: Wohin steuert der Senat?“ beginnt am Mittwoch, 11. Oktober, um 19 Uhr im Kinocenter Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A in Charlottenburg. Es dauert zwei Stunden.

Anmeldung: Die Teilnahme ist für die Leser unserer Zeitung kostenlos. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 22, 10719 Berlin oder per Fax an die Nummer 030/887 27 79 67. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost sollten nach Möglichkeit ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt. Anmeldungen müssen spätestens bis Dienstag, 10. Oktober, um 12 Uhr bei uns vorliegen.

Anfahrt: Der Zoo Palast ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, der Bahnhof Zoologischer Garten ist nur wenige Meter entfernt. Dort halten die Linien S3, S5, S7 und S75, die U2 und U9 sowie zahlreiche BVG-Buslinien. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern.

Diese sechs Experten sitzen auf dem Podium

Regine Günther (54) ist seit 8. Dezember 2016 Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin (parteilos, für Grüne). Zuvor leitete sie 16 Jahre lang als Direktorin das Referat Klimaschutz und Energie der Umweltstiftung WWF Deutschland und wurde schließlich 2015 Generaldirektorin Politik und Klima der Organisation.

Florian Graf (43) ist seit 2006 Mitglied des Abgeordnetenhauses und dort seit 2011 Vorsitzender der CDU-Fraktion. Seit dem Amtsantritt des rot-rot-grünen Senats im Dezember 2016 kommt ihm die Rolle des Oppositionsführers zu. Der Diplom-Verwaltungswirt ist seit seiner Kindheit in Tempelhof/Lichtenrade verwurzelt.

Evan Vosberg (33) ist stellvertretender Vorsitzender im Landesverband Berlin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Vor zwei Jahren gründete der Software-Ingenieur gemeinsam mit anderen die Initiative Volksentscheid Fahrrad. Der gebürtige Thüringer lebt seit 2014 in Berlin.

Sven Weickert (48) ist Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). Der Betriebswirt ist seit 1999 in den UVB tätig. Die Unternehmensverbände kritisieren, dass die Interessen der Wirtschaft im geplanten Mobilitätsgesetz nicht genügend berücksichtigt werden.

Thomas Fülling (59) ist seit 2000 Redakteur der Berliner Morgenpost. Im Ressort Lokales kümmert er sich vor allem um den mal mehr, mal weniger gut rollenden Verkehr in der Stadt – und die Dauerbaustelle BER. Als täglicher Nutzer von S-, U-Bahn und Regionalverkehr kennt er die dort auftretenden Probleme genau.

Hajo Schumacher (53), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online und TV. Schumacher ist Verfasser mehrerer Bücher („Restlaufzeit“, „Die zwölf Gesetze der Macht“). Er fährt oft Fahrrad.

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.