Infektionsgefahr

Die Berliner Polizei warnt vor Hepatitis-Spritzen in Briefen

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Alexander Dinger
Ungesicherte Kanülen können gefährlich sein

Ungesicherte Kanülen können gefährlich sein

Foto: dpa / dpa/DPA

Mitarbeiter der Polizei sollen Spritzen, die etwa in Drogen-Verfahren gesichert wurden, in normalen Briefen verschickt haben.

Die aktuelle Mitarbeiterinformation der Berliner Polizei hat es in sich. In der Broschüre, die regelmäßig unter den mehr als 23.000 Bediensteten verschickt wird, warnt die Behörde unter der Überschrift „Gefährliche Dienstpost“ vor Hepatitis-Spritzen. Mitarbeiter sollen Spritzen-Kolben samt Kanülen, die etwa als Asservate in Drogen-Verfahren gesichert wurden, in normalen Briefen verschickt haben.

„In der Vergangenheit gab es folgenschwere Hepatitis-C-Infektionen im Kollegenkreis, da übersandte Spritzen unsachgemäß verpackt wurden“, heißt es in dem Schreiben. Bei den Spritzen handelt es sich unter anderem um beschlagnahmte Spritzbestecke von Drogenabhängigen. Eigentlich sollen diese in besonderen Behältnissen verschickt werden.

Den alarmierenden Worten sind noch Fotos beigefügt, die zeigen, wie eine Kanüle aus einem Papier-Briefumschlag ragt, dazu die dramatische Warnung, dass der beherzte Griff in den Posteingang einen fatalen Ausgang haben könne. „Was nach harmloser Dienstpost aussieht, entpuppt sich mitunter als gefährliche Sendung“, steht unter den Fotos.

Spritzen werden sonst in Spezialbehältern verschickt

Wie viele Mitarbeiter sich bereits eine folgenschwere Hepatitis-C-Infektion eingefangen haben, konnte die Polizeibehörde auf Nachfrage der Berliner Morgenpost vorerst nicht sagen. Die Behörde weist ihre Mitarbeiter aber darauf hin, dass Spezialbehälter zum Verschicken der Spritzen über die Stäbe der jeweiligen Direktionen erhaltbar seien, und die Spritzenkolben mit Klebeband verschlossen werden sollen.

Infektionsgefahr mit Hepatitis C war zuletzt unter Ersthelfern ein Thema. Ende August war in Marzahn ein Mann auf einer Kreuzung kollabiert und von Ersthelfern versorgt worden. Später kam heraus, dass der Mann Hepatitis C hat. Die Polizei suchte daraufhin öffentlich nach den Ersthelfern.

Wenige Tage zuvor hatten zwei Frauen in einem Regionalzug am Bahnhof Erkner einen mit Hepatitis B und C infizierten Mann reanimiert. Nach einem Sturz war er in dem Zug von Berlin nach Frankfurt (Oder) zusammengebrochen und erlitt eine blutende Wunde am Kopf. Auch in diesem Fall suchte die Polizei nach den Ersthelferinnen. Hepatitis B und C können schwerere und chronische Verläufe nehmen und zu Leberkarzinomen und Leberzirrhose führen.