AfD-Rechtsaußen

Björn Höcke kommt zum Wahlkampf nach Berlin

Der Bezirksverband Marzahn-Hellersdorf hat Höcke eingeladen. Der Veranstaltungsort soll erst kurz vorher bekanntgegeben werden.

Bernd Höcke

Bernd Höcke

Foto: imago

Der AfD-rechts-außen-Politiker Björn Höcke soll auf Einladung des AfD-Bezirksverbandes Marzahn-Hellersdorf in Berlin auftreten. Laut einer im Internet verbreiteten Ankündigung soll der thüringische AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzende am 9. September bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf sprechen. Den Veranstaltungsort will die Partei „aus Sicherheitsgründen“ erst 48 Stunden vor Beginn bekannt geben.

Als weitere Redner werden der Berliner Vorsitzende der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative, Thorsten Weiß, der auch Mitglied des Abgeordnetenhauses ist, sowie die AfD-Bezirksvorsitzende von Marzahn-Hellersdorf und Direktkandidatin für den Bundestag, Jeannette Auricht, angekündigt. Weiß fiel wiederholt durch Sympathiebekundungen für die rechtsradikale „Identitäre Bewegung“ auf und gilt wie Höcke als Anhänger des rechten Parteiflügels.

Auf Anfrage der Berliner Morgenpost verteidigte der Politiker den gemeinsamen Auftritt. „Jeder hat seine eigenen Kompetenzen zu entscheiden, mit wem er Wahlkampf machen will“, sagte Weiß. Über inhaltliche Positionen Höckes wolle er nicht sprechen. Er verwies aber darauf, dass auch die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland Wahlkampf mit Höcke machten.

Höcke gilt als Vertreter des äußersten rechten Flügels der AfD. Im Januar 2017 hatte er in einer heftig kritisierten Rede in Erfurt von einer „dämlichen Bewältigungspolitik“ gesprochen, eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert und das Holocaust-Mahnmal, das an die systematische Vernichtung der europäischen Juden erinnert, als „Mahnmal der Schande“ bezeichnet.

Der Berliner Politik­­wissen­schaftler Gero Neugebauer bezeichnete Höcke als Vertreter eines „völkischen Nationalismus“. Der Politikwissenschaftler und Experte für Rechtsextremismus, Hajo Funke, warf ihm „faschistische Agitation“ vor.

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