Justiz

Vater aus Wedding schweigt im Missbrauchs-Prozess

Die Tochter hatte in Begleitung von Freundinnen Anzeige gegen den 40-Jährigen erstattet. Dieser soll sich an ihr vergangen haben.

Foto: Volker Hartmann / dpa

Ein 40-jähriger Vater, der seine Tochter drei Jahre lang sexuell missbraucht haben soll, hat vor dem Berliner Landgericht eine Aussage verweigert. Dem Angeklagten werden 20 Missbrauchsfälle zur Last gelegt. Das Mädchen soll elf Jahre alt gewesen sein, als es in der Wohnung der Familie in Wedding zu ersten Übergriffen gekommen sei. Eine Polizeibeamtin sagte am Donnerstag als erste Zeugin im Prozess, die Tochter habe als 14-Jährige in Begleitung von Freundinnen Anzeige gegen den Vater erstattet.

Der Angeklagte, der als Gebäudereiniger tätig ist, soll sich in der Zeit von September 2010 bis Februar 2014 an dem Mädchen vergangen haben. Die Tochter hatte bei der Polizei zu Protokoll gegeben, ihr Vater sei regelmäßig in ihr Zimmer gekommen und habe sie "überall am Körper berührt". In einem Fall habe er sie bis zur Atemnot gewürgt, weil sie sich gegen sexuelle Berührungen gewehrt habe.

Das Verfahren war nach der Anzeige ins Stocken gekommen, weil die Tochter zunächst nicht mehr gegen den Vater aussagen wollte. Im Frühjahr 2016 habe die Schülerin dann umfangreiche Angaben gemacht, hieß es am Rande der Verhandlung. Der Prozess wird am 22. August fortgesetzt.

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